06.10.2006 | Mannheimer Morgen

Handel investiert mit Mut und Millionen

Auf den Planken baut die Branche an der Zukunft / Engelhorn, P & C und Centrum ganz neu

Zukunft hinter Planen und Baugerüsten: Engelhorn (r.) und Peek & Cloppenburg bauen auf den Standort Planken.

Kein Zaudern und Zagen mehr, der Handel hat seinen Mut wieder gefunden ­ und Zig-Millionen auf den Planken angelegt. Engelhorn macht sich schön für den Frühling, dann zieht auch P & C um ins Weltstadthaus, und die Centrum-Projektentwickler verwirklichen in O 7 ihre Vision von einem Textil-Tempel. Große Marken, Top-Interieurs und modernste Architektur ­ die Branche schärft ihr Profil. Wer sich am verkaufsoffenen Sonntag die Zeit nimmt für einen City-Bummel, der sieht dort schon heute ein Stück Morgen: Hinter Bau-Zäunen, Planen und Gerüsten entsteht Stein für Stein die Zukunft, die Großen in der Branche rüsten sich für das Stadtjubiläum und die Jahre danach. In O 5, wo das Herz von Engelhorn pocht, arbeitet man mit Hochdruck auf den Februar 2007 hin. Geschäftsführer Andreas Hilgenstock: Wir wollen die Stadt und die Region überraschen, das neue Accessoires-Haus, soll nicht nur architektonisch einen Glanzpunkt setzen mit seiner Fassade und
seinen großzügigen Durchgängen in das Hauptgebäude. Auch die Warenwelten, die sich dann den Kunden eröffnen, festigen die Stellung des Familienunternehmens als Platzhirsch in der Region: Über 2000 Quadratmeter Markensortimente ­ Schuhe, Taschen, Schals, Tücher, dazu noch die Top-Labels der Kinderkonfektion ­ runden das Mode-Angebot von Engelhorn ab. Erlebnis-Einkauf pur, kündigt Hilgenstock an, raffiniert verfeinert mit einem Top-Restaurant in den beiden oberen Etagen.
Und auch den Stammsitz baut man um, Decken, Böden, Warenpräsentationen ­ alles hochwertig, ein modernes Haus für die Metropolregion, eines, das sich sehen
lassen kann in der Welt.
Die Antwort auf die neue Nachbarschaft, im Sprachgebrauch von P & C gerne Weltstadthaus genannt? Hilgenstock bleibt diplomatisch:
Sicher freuen wir uns auf P & C, aber wir nehmen auch den Wettbewerb ernst.

17000 Quadratmeter kann Engelhorn den 12500 Quadratmetern der Düsseldorfer entgegensetzen. Die sind Anfang März kommenden Jahres bezugsfertig, da schwört Frank Schiefelbein vom Projektentwickler ECE jeden Eid: Alles im Plan, wir kommen gut voran. Im Rohbau steht das vom New Yorker Star-Architekten Richard Meir geplante P & C-Haus schon, jetzt strebt die vorgesetzte Natursteinfassade ­römischer Travertin in einer Pfosten-Riegel-Konstruktion, sehr elegant ­ nach oben, in den kommenden Wochen bringen die Teams die jeweils 2,50 mal fünf Meter großen Scheiben-Elemente an, das wird ein lichtdurchflutetes Haus, mehr als zwei Drittel unserer Fassade sind aus Glas, schwärmt Schiefelbein.Sogar das Entree zu den Planken, lange Zeit von Projektentwicklern eher stiefmütterlich behandelt, bekommt endlich einen starken Stand. Die Planer von Centrum, die gerade erst die Atrium-Passage aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und hier S.Oliver und Zara angesiedelt haben, denken in neuen Größenordnungen. Die ehemalige Pro-Markt-Filiale, jetzt das Interims-Domizil von P&C, ist schon gekauft,
wenn der Mode-Riese umgezogen ist, baut sich hier in O7 Neues auf. Holger Wohner von Centrum: H&M, New Yorker und Bestseller kommen, jeweils mit Stores von 1400 bis 2600 Quadratmeter. Und mit einem unverwechselbaren Gesicht, wie der Centrum-Macher verspricht: Diese Fassade ­ einfach atemberaubend.
Mut zu Millionen-Investitionen also ­ man darf gespannt sein, wie die Lage Kunden und Konkurrenten magnetisiert.

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