01.01.2007 | Meier

Über den Dächern Mannheims - Le Corange

Wir wollen hoch hinaus. Genauer: In das Restaurant „Le Corange“, Anfang Dezember neu eröffnet in der obersten Etage des vom Architekturbüro „Blocher Blocher Partners“ für das Modehaus Engelhorn konzipierten Neubaus „Access“.
Noch bevor man den Fahrstuhl betritt, stimmt eine Lichtinstallation auf die stylische Mischung aus Bar im Unter- und Nichtraucher-Restaurant im Obergeschoss ein. Einzig eine in warmen rot gehaltene Wand unterbricht die klare, auf Grautönen basierende Gestaltung mit einem eleganten Grauwackeboden und Holzelementen aus heller, gebürsteter Eiche. Ungewöhnlich und modern auch der offene Kochbereich: Dort kann man den beiden Küchenchefs Manfred Bantle und Andreas Löffler bei der Zubereitung der Gerichte wie im Koch-TV über die Schulter schauen. Eigentlich hatten sich Manfred Bantle, der ehemalige Macher des „Kopenhagen“ auf den Ruhestand vorbereitet. Das Engelhorn-Restaurant-Konzept mit der ganzjährig geöffneten Terrasse hat ihn jedoch sofort überzeugt: „Eine außergewöhnliche Herausforderung – das muss man einfach machen!“ Bantle setzt hier auf kürzere Tellergerichte sowie eine naturbelassenere und leichte mediterrane Küche. Alle zwei bis drei Tage wird die Karte inklusive der Desserts von Patisseur Oliver Hildenbrand ausgetauscht. Regelmäßig wechseln auch Mittagstisch und Abendmenü: Für 29EUR bekommt man etwa einen lauwarmen Meeresfrüchtesalat mit Ruccola, geschmorten Tafelspitz mit jungem Wirsing und Maronenpüree und einer Birne mit Valrhona-Eis und Lebkuchenmousse. Wir starten den Abend mit einer dezenten, klaren Hummersuppe mit drei Fischen und geröstetem Knoblauchbrot (8,50EUR), gefolgt von gegrillten Scampi mit aromatischen Steinpilzspaghetti (16,50EUR).
„Wir arbeiten viel auf Olivenölbasis mit frischen Kräutern und Gemüse. Keine schweren Sahne- oder Buttersaucen, kein unnötiges Chi-Chi“, erklärte Bantle. Ein Beispiel ist die Kombination aus gebratenen Jakobsmuscheln und zartem, aber bissfestem Tintenfisch auf einer Olivensauce mit getrockneten Tomaten, Paprikastreifen und weißen Bohnen, abgerundet mit Estragon, Kerbel und Basilikum (24EUR). Als zweites Hauptgericht wählen wir sautierte Kalbsnieren und Bries mit breiten Nudeln – solide, schnörkellos, für empfindliche Gaumen ein wenig zu würzig (22EUR). Einen Überblick über das Nachtischangebot gibt der Dessertteller „Le Corange“, eine Zusammenstellung aus geeistem Cappuccino, marmoriertem Valrhona-Schokoladeneis, Himbeer-, Lebkuchen- und Nougatmousse. Mindestens so interessant wie das ambitionierte Konzept des Le Corange ist aber vor allem der wunderbare Rundum-Blick über die Dächer Mannheims. Und wie es in der Bar war? Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

zurück zur Übersicht