22.02.2007 | Immobilien Zeitung

Nimm zwei: Neue Einkaufstempel in Mannheim

Einkaufen hat in Mannheim Konjunktur. Die Planken gelten seit Jahren als Konsumzone der Extraklasse. Just zum 400-jährigen Stadtjubiläum bekommen die alteingesessenen Geschäfte Zuwachs. Quasi im Doppelpack eröffnen in den nächsten Wochen das einheimische Traditionsunternehmen engelhorn und der Konzern P&C, Düsseldorf, zwei neue Häuser im Herzen der Stadt.
Ausnahmen bestätigen die Regel: während überall Filialisten den Einzelhandel verdrängen, wächst ein Einzelhändler in Mannheim klammheimlich über sich hinaus. Das 1890 gegründete Familienunternehmen Engelhorn beliefert seine Kunden traditionell mit dem eigenen Lable und mit Markenware der gehobenen Kategorie. 1350 Mitarbeiter beschäftigt die Firma mittlerweile in den Geschäften in der Mannheimer Innenstadt und im Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim.

Ein ganzes Quadrat für engelhorn
Nun hat die Gesellschaft ihr Angebot noch einmal erweitert: in nur 11 Monaten entstand ein rund 2200m² großes Accessoires-Haus, in dem Schuhe, Taschen, Tücher, Schals und zusätzliche Herrenmode präsentiert werden. Parallel hat der Einzelhändler den rund 15000 m² großen Stammsitz in Mannheim umgebaut. Damit belegt er das gesamte Quadrat O5 und eine der begehrtesten Ecken Mannheims mit direktem Zugang von den Planken. Am 22. Februar 2007 steht nun die große Eröffnungsfeier für beide Baumaßnahmen an. 7 Mio. Euro hat Engelhorn in den Neubau investiert. Dazu kommen 8 Mio. Euro für den Umbau des Stammhauses.

Ganz oben ein Top-Restaurant

Das von Blocher Blocher Partners, Stuttgart und Mannheim entworfene und von Diringer und Scheidel, Mannheim, realisierte Premiumhaus acc/es ist nicht nur ein großer Schritt für den Bauherrn, es setzt auch architektonisch neue Maßstäbe. Statt horizontal zu unterteilen, spinnt die Fassade ein diagonales Netz über den Baukörper. Die transparenten, keilförmig zugeschnittenen Vitrinen springen über die Glasfaserbetonbrüstungen hinaus und koppeln die Verkaufsebenen miteinander. Die Deckenränder der einzelnen Geschosse sind von der Fassade abgelöst. Im Zentrum des Bauwerks zieht sich ein Kettenvorhang vom Erdgeschoss bis in den vierten Stock und betont die prägnante Treppe. Alle sechs Verkaufsgeschosse sind an das engelhorn Mode im Quadrat angebunden.
Eine öffentliche Terrasse zwischen dem vierten und dem fünften Obergeschoss gliedert das Haus optisch in den unten angeordneten Verkaufstrakt und die weiter oben liegende gastronomische Zone. Auf zwei getrennten Ebenen können sich Gäste zwischen dem Einkaufsbummel in einer Lounge erholen oder im Gourmetrestaurant le Corange kulinarisch stärken.

Neue Konkurrenz P&C

Nur einen Steinwurf weiter, im ebenfalls an die Planken angrenzenden Quadrat O3, ist ein Konkurrent von engelhorn mit den letzen Arbeiten vor der Eröffnung seines Geschäftshauses beschäftigt. Peek und Cloppenburg errichtet hier ein P&C Weltstadthaus mit rund 11000m² Verkaufsfläche auf fünf Etagen. Den von Stararchitekt Richard Meier, New York, konzipierten Baukörper hat sich das Unternehmen rund 50 Mio. Euro kosten lassen. Das im August 2005 begonnene Projekt soll am 08. März 2007 in Betrieb gehen. Mit einer Fassade aus Glas und weißen Aluminiumpanelen, mit römischem Travertin und Eichenparkett sowie mit bespielbaren Lichtkacheln hält das Haus architektonisch durchaus mit engelhorn mit. Auch das kulinarische Angebot ist ebenbürtig: Neben einem Restaurant wartet P&C in Mannheim mit dem neuesten Café-Konzept von Lavazza auf. Über 45 Originalmarkenshops von Armani bis Zegna, dazu 450 m² Kindermode und über 390 Marken, nehmen nur zwei Wochen nach der Eröffnung von engelhorn den Konkurrenzkampf mit der alteingesessenen Händlerriege auf.

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