31.05.2007 | Mannheimer Morgen

Ein Leben im Zeichen der Mode

Fachmagazin zeichnet den Mannheimer Unternehmer Richard Engelhorn aus

Seit vier Jahrzehnten lenkt Richard Engelhorn das gleichnamige Modehaus.

Mode ist seine Passion. Das Ergebnis dieser Leidenschaft erstreckt sich
über mehrere Quadrate in bester Mannheimer City-Lage. Der Architekt eines der bekanntesten Handelshäuser für Mode in Familienbesitz, Richard Engelhorn, wurde vom Branchenmagazin TextilWirtschaft für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Mode ist spannend. Mode hält jung. Mode zwingt zu ständigem Wechsel. Mit der Mode muss man dem Zeitgeist folgen. Der Seniorchef des typisch mittelständischen Familienunternehmens hat viele Argumente, das Berufsleben in einer Branche zu lieben, die ökonomisch gesehen zu den schwierigsten der deutschen Wirtschaft zu gehört. In einem Alter, in dem andere Unternehmer längst den Privatier geben, möchte der knapp 70-Jährige immer noch etwas gestalten, verändern, entstehen sehen. In vier Jahrzehnten baute er das von seinem Großvater Georg gegründete Handelshaus zu einer Konsumlandschaft aus, die sich, inklusive der Viernheimer Dependance, über 35000 Quadratmeter erstreckt.
Engelhorn ist eine der ersten Einkaufsadressen in der gesamten Metropolregion. Der Chef und seine 1300 Mitarbeiter verkaufen nicht nur die großen und kleinen Labels der Modewelt, die Frau und Mann schmücken, sondern Atmosphäre. Das Handelshaus mit den vier selbstständigen Einheiten Mode, Sport, junge Mode und Wäsche ist berühmt für seine Dekoration, die wahlweise China, Nordafrika oder Frankreich in die Quadrate holt. Ein hochwertiges Sortiment, intensive Beratung, das bundesweit größte Angebot an Sportartikeln und Sportmode, der stetige Mut, neue Wege einzuschlagen, und das Glück, die eigenen Immobilien arrondieren zu können, haben dem Haus das Überleben in den Höhen und Tiefen der Branche gesichert.
Als Richard Engelhorn in die Verantwortung für das Unternehmen ging, war Engelhorn & Sturm ­ so der damalige Name ­ ein Viertel so groß wie heute. Jeder Schritt in ein neues Segment des Handels war für den Chef eine Sternstunde, und derer gab es viele. Mit Wehmut erinnert er sich dagegen an den Zeitpunkt, als sein Stadtgarten genanntes Shop-in-Shop-Konzept gescheitert war.

Unternehmen wie wir bringen mehr Individualität in die Städte, sagt Engelhorn. Mannheim müsse aufpassen, dass die Fußgängerzone Planken nicht das Schicksal der Breiten Straße erleidet, schreibt er der Stadt ins Stammbuch. Mehr Parkraum sei nötig, findet der Handelsexperte, der mit seinem klaren Bekenntnis zum Luxuslabel Kunden aus Frankfurt und Stuttgart nach Mannheim lockt. Und die gut betuchten Bürger der Metropolregion davon abhalten will, ihr Geld nach Paris, London oder New York zu tragen.

zurück zur Übersicht