20.08.2007 | Mannheimer Morgen

„Die MVP-Trophäe steht bei meinen Eltern im Wohnzimmer”

BASKETBALL: Nach der Auszeichnung als wertvollster NBA-Spieler will sich Dirk Nowitzki seinen Olympia-Traum erfüllen

Dirk Nowitzki war fünf Wochen in Australien, um den Kopf freizubekommen. Bild: Delta

Von unserem Mitarbeiter
Reiner Bohlander
Noch zwei Wochen, dann beginnt in Spanien (3. bis 16. August) die Basketball-Europameisterschaft. Die beiden Finalisten qualifizieren sich direkt für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Peking. Steht Weltmeister Spanien im Endspiel, würde auch der Drittplatzierte das Ticket nach China bekommen. Die deutsche Nationalmannschaft reist als amtierender Vize-Europameister auf die iberische Halbinsel. Am vergangenen Donnerstag stieß Dirk Nowitzki zum Team. Im Mannheimer Sportmodehaus engelhorn sports stellte sich der Star der Dallas Mavericks den Fragen unserer Zeitung.
Dirk Nowitzki, Ihr Traum von der ersten Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga (NBA) platzte im Mai dieses Jahres, als Sie mit Ihrem Team Dallas Mavericks völlig überraschend bereits in der ersten Runde der Play-offs gegen die Golden State Warriors ausschieden. Haben Sie diesen Schock inzwischen verdaut?
DIRK NOWITZKI: Ich glaube, diese Sache steckt immer noch in mir drin. Diese Niederlage war wirklich ganz bitter. Nach dem Saison-Aus musste ich noch einige Wochen wegen der MVP-Auszeichnung in den Vereinigten Staaten bleiben. Dann war ich aber fünf Wochen lang in Australien. Ich bin dort herumgereist und habe wirklich sehr viele interessante Dinge gesehen, die mir geholfen haben, den Kopf freizubekommen.
Mit Warriors-Coach Don Nelson Senior war ausgerechnet Ihr früherer Trainer und Förderer bei den Mavericks der große Spielverderber. Haben Sie jetzt noch Kontakt?
NOWITZKI: Natürlich. Ich nehme ihm das überhaupt nicht übel.
Trotz des frühen Play-off-Aus wurden Sie in den USA zum MVP, also zum besten Basketballspieler der Saison 2006/2007, gewählt. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
NOWITZKI: Wahnsinnig viel. Als mein Name bei der Wahl genannt wurde, standen mir die Tränen in den Augen. Das war sicherlich einer der größten Tage meines Lebens. Ein Erlebnis, das ich nie mehr vergessen werde. Da ging ein Traum in Erfüllung.
Wo steht die MVP-Trophäe jetzt?
NOWITZKI: Bei meinen Eltern zu Hause. Meine Mutter hat sie auf einen Schrank im Wohnzimmer gestellt.
Für viele basketballbegeisterte Jugendliche sind Sie das großes Vorbild. Ihr Mavericks-Trikot mit der Nummer 41 hat man auch in der SAP Arena sehr oft gesehen. Wer war oder ist denn eigentlich Ihr Vorbild?
NOWITZKI: Da kann ich nur einen Namen nennen: Michael Jordan. Was er geleistet hat, ist genial.
In zwei Wochen beginnt die Europameisterschaft in Spanien. Was haben Sie sich vorgenommen?
NOWITZKI: Das Minimalziel lautet Viertelfinale. Danach wird man weitersehen. Das Niveau der EM ist in den vergangenen Jahren wahnsinnig gestiegen. Spanien und Griechenland sind die großen Favoriten. Aber dahinter ist alles offen. Ich sehe unsere Mannschaft auf einer Stufe mit Litauen, Russland, Frankreich und anderen. Es gibt viele gute Mannschaften bei dieser Europameisterschaft, die ins Endspiel kommen können. Eine davon sind wir.
Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking im nächsten Jahr...
NOWITZKI: .\x0f.\x0f.\x0fist mein großes Ziel. Ich war noch nie bei Olympia. Einmal bei der Eröffnungsfeier dabei zu sein, das ist ein weiterer großer Traum von mir. Und Peking 2008 ist nunmal mit großer Wahrscheinlichkeit für mich die letzte Möglichkeit. Deshalb heißt es für die kommenden Wochen: Jetzt gilt‘s.


Zur Person
Dirk Nowitzki
Er ist der erste Europäer, der in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA den „Most Valuable Player Award” für den wertvollsten Spieler der Saison bekam. Der 29-jährige Würzburger wurde 1998 von Milwaukee gedraftet und anschließend zu den Dallas Mavericks transferiert, für die er bis heute in der NBA auf Korbjagd geht. Zuvor spielte Nowitzki für die DJK Würzburg. 2005 führte der 2,13 Meter große Allrounder die deutsche Nationalmannschaft ins EM-Finale, das die DBB-Auswahl gegen Griechenland mit 62:78 verlor.

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