17.09.2009 | Textilwirtschaft

Austauschprogramm für Azubis

Auszubildende von Engelhorn sammeln Erfahrungen im In- und Ausland

Man lebt für einige Zeit in einem anderen Land, man geht dort zur Schule, lernt andere Menschen kennen, den Alltag in einer fremden Umgebung und eine andere Kultur: Fast jeder kennt solche Erfahrungen von einem Schüleraustausch während der eigenen Schulzeit. Das Mannheimer Handelsunternehmen engelhorn hat das Prinzip auf die Berufsausbildung übertragen. Zum zweiten Mal nahmen Auszubildende des Hauses am "bilateralen Austauschprogramm Niederlande Deutschland\" (BAND) teil. Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts haben Azubis aus beiden Ländern die Möglichkeit, sechs Wochen in dem jeweils anderen Land zu arbeiten und zu leben. Bei engelhorn waren es in diesem Jahr die angehenden Handelsassistentinnen Julia Petritt und Jasmin Kraus, die im Sommer nach Holland reisen durften. Sie hatten sich in einem internen Bewerbungsverfahren mit sehr guten Ausbildungsleistungen durchgesetzt.

In Holland arbeiteten sie in einer Filiale des Modelabels Esprit und in einem Tom Tailor-Store mit, dessen Store-Managerin selbst schon im Rahmen des Azubi-Austauschs bei engelhorn gearbeitet hatte. Im Gegenzug konnten zwei holländische Azubis Praktika bei engelhorn absolvieren. \"Die Auszubildenden profitieren sehr von der Erfahrung, in einem anderen Land zu arbeiten. Es geht aber auch darum, sich fachlich zu entwickeln, Strukturen, Abläufe und Kunden eines anderen Unternehmens kennenzulernen\", nennt Jörg Noh, Leiter Aus- und Weiterbildung bei engelhorn, einige Vorteile der ungewöhnlichen Initiative.
Das Programm wird von den beiden Berufsschulen, der Max-Hachenburg-Schule in Mannheim und dem Horizon College im niederländischen Hoorn, organisiert. Neben engelhorn beteiligen sich auch andere Mannheimer Unternehmen wie Edeka, Mann Mobilia und Media Markt.

Während des Auslandsaufenthalts der Azubis zahlen die Betriebe das Gehalt weiter. Alle weiteren Kosten deckt die EU-Förderung ab. Für engelhorn ist der Austausch mit den Niederlanden freilich nicht die einzige Initiative dieser Art: Das Handelsunternehmen und der Bergsport-Ausrüster Vaude in Tettnang haben eine Kooperation vereinbart, bei der Auszubildende den jeweils anderen Betrieb kennenlernen können. So waren im April sieben Azubis von Vaude für zwei Tage zu Gast in Mannheim. Der Gegenbesuch der engelhorn-Mannschaft bei Vaude fand im Juni statt. Das Resümee von engelhorn-Azubi Pascal Rausch zeigt, wie gut der Austausch ankam: \"Wir haben gemerkt, dass es zwi-
schen Handels- und Industriebetrieben deutliche Unterschiede in der Organisation und den Abläufen gibt und wie unterschiedlich dadurch auch die tägliche Arbeit ist."

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