05.10.2009 | Mannheimer Morgen

Mannheims Innenstadt im Wandel

Morgen Mobil: "MM"-Lokalchef Dr. Stephan Wolf diskutiert mit Vertretern von Stadt und Wirtschaft über die Zukunft

Jede Menge Trubel herrschte am verkaufsoffenen Sonntag in Mannheims Innenstadt. Doch auch in Zukunft warten auf die Quadratestadt turbulente Zeiten. Mit der Umgestaltung der Planken, dem Neubau in Q6 und Q7 oder den neuen Geschäften in der Breiten Straße stehen gleich mehrere Großprojekte ins Haus. Grund genug einmal genauer bei den Verantwortlichen nachzuhaken – und ein klarer Fall für das MorgenMobil: „MM“-Lokalchef Dr. Stephan Wolf befragte Bürgermeister Lothar Quast, den Unternehmer Richard Engelhorn, Johann Wagner, Geschäftsführer des Stadtmarketing und den Chef der Werbegemeinschaft City, Lutz Pauels, zum Einzelhandelsstandort City.

Der beste Sonntag seit Jahren
Doch bevor sich die Protagonisten in die Argumentation stürzten, machte sich erst einmal Freude breit angesichts der riesigen Besuchermassen, die durch die Planken strömten. „Das ist der beste verkaufsoffene Sonntag seit vielen Jahren“, erklärte Lutz Pauels und ergänzte: „Wir brauchen diesen Tag als Schaufenster für die Region.“ Zustimmung aus der Runde. Dennoch wolle man grundsätzlich darauf verzichten, ein zweites Mal im Jahr die Ladentüren zu öffnen, erklärte Richard Engelhorn mit Blick auf die Mitarbeiter, die an diesem Tag arbeiten müssten. Generell sei Mannheim auch im Vergleich zur Konkurrenz auf der anderen Rheinseite sehr gut aufgestellt, so der Unternehmer: „Wir können mit Ludwigshafen locker mithalten, müssen aber auch auf dem neuesten Stand bleiben.“ Stagnation vermeiden – so lautete der einhellige Tenor in der Runde auch mit Blick auf die kommenden großen Bauprojekte in den Quadraten. So sollen die Planken vom Wasserturm bis zum Verbindungskanal erneuert werden. Ein Plan, der – so Bürgermeister Quast –„nicht in einem Rutsch umsetzbar“ ist. Die Kosten von rund 16 Millionen Euro könne man derzeit nicht stemmen. Vorerst steht deshalb nur die Umgestaltung vom Eingang der Planken bis zum Paradeplatz an.

Zukunft der Straßenbahn unklar
Ob nach den Umbauarbeiten noch Straßenbahnen durch die Fußgängerzone rollen, vermochte auch am Stand vor dem MorgenMobil niemand vorherzusagen. Das Thema Sicherheit in dieser Frage wurde den Diskutanten angesichts der vielen Passanten, die auf den Schienen unterwegs waren direkt vor Augen geführt. „Das ist sicherlich nicht ganz ungefährlich“, befand auch Richard Engelhorn und auch Bürgermeister Quast gestand zu, darüber noch „offen diskutieren“ zu wollen. Starke Bauchschmerzen bereitete einigen Zuhörern der geplante Hotel- und Handels-Komplex in den Quadraten Q6 und Q7. Ob man damit nicht gegenüber den Planken eine Konkurrenz schaffe, wollte ein Mann wissen. Mit dem Projekt, entgegnete Engelhorn, könne man vielmehr weitere Besucher auch abseits der Planken gewinnen. Ob davon letztendlich auch das Problemkind Breite Straße profitieren kann, bleibt offen. Bürgermeister Quast zeigte sich auch hier schon ganz optimistisch: In zwei, drei Jahren werde es dort schon ganz anders aussehen.

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