05.10.2009 | Mannheimer Morgen

Am Mythos rütteln

Engelhorn: Alexander der Große und die Akropolis

Das Wesen eines schillernden Weltherrschers von zwei charismatischen „Vorlesern“ zum Leben erweckt, meisterliche Reisefotografien aus dem 19. Jahrhundert und die neusten Mode-Trends: Zu einem literarisch-
visuellen Kunstgenuss lud jetzt das Modehaus engelhorn zusammen mit den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) ins Modehaus auf den Planken ein. Stargast des Abends: Gudrun Landgrebe. Klug akzentuiert las sie zusammen mit Hansgünther Heyme, Intendant des Theaters im Pfalzbau in Ludwigshafen, aus einer Text-Collage über „Alexander der Große – Portrait eines Mythos“.

Eroberer im Modehaus
Von Plutarch über Napoleon Bonaparte bis zu Hegel näherte sich das Duo mit seinen eindringlichen und wandlungsfähigen Stimmen dem Eroberer mit ausgewählten Zitaten. Der Text stammt von den Mannheimer Wissenschaftlerinnen Alexandra Berend und Ellen Kühnelt. Ihr Kunstgriff: Alexander erhebt aus dem Hades die Stimme und fragt, ob die Geschichtsschreiber seiner Größe gerecht wurden.
Begleitend zur rem-Schau „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ zeigt engelhorn bis 31. Oktober „Am Fuße der Akropolis – Das Licht Hellas“ mit Reisefotografien des 19. Jahrhunderts aus Beständen
des Forums Internationale Photographie (FIP) der rem. Die Schau, die Dr. Claude Sui, Leiter des FIP, zusammenstellte, zeigt den Turm der Winde und die Akropolis, nicht nur in Einzelansichten von Parthenon oder Korenhalle, sondern auch in einem zwei Meter langen Panorama. Als „kleine Gemeinheit“ und bewusstes Rütteln am Alexander-Mythos bezeichnete rem-Chef Dr. Alfried Wieczorek die Gegenüberstellung
des Welteroberers mit Athen, „dem Ort, der stets versucht hat, sich ihm zu entziehen“. Dass Kunst und Mode eine Einheit bilden, beide die Sinne inspirieren, wie engelhorn-Geschäftsführer Andreas Hilgenstock
versicherte, könne der rem-Chef seit der letzten Italienreise mit seiner Frau nur bestätigen: „Beladen mit wunderbaren Handtaschen“ habe das Paar die eine oder andere Kirche „als vorzüglichen Ort zum Ausruhen“ entdeckt.

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