04.03.2010 | Mannheimer Morgen

Der „Zauberer“ der Metropolregion

Auszeichnung: Dietmar Hopp nimmt im Rittersaal des Schlosses den Initiativpreis entgegen / Appell für positive Unternehmenskultur und Mäzenatentum

Sei es als Unternehmer und Mitgründer der SAP, sei es als Mäzen und Förderer: Die Verdienste von Dietmar Hopp für die Metropolregion konnte niemand vollständig aufzählen. Prof. Peter Frankenberg, baden-
württembergischer Wissenschaftsminister, brachte gar „Dietmar Hopp, den Zauberer“ ins Spiel: „Das ist die Magie des starken Willens und des großen Herzens.“ Im Rittersaal des Schlosses nahm Hopp gestern Abend den Initiativpreis, der von der Engelhorn KGaA und dem "Mannheimer Morgen" gestiftet wird, entgegen. Vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erhielt der Mäzen eine Nachbildung der Pyramide auf dem Grupello-Brunnen am Paradeplatz, überreicht von Richard Engelhorn und „MM“-Geschäftsführer Dr. Björn Jansen. „Uns ist es wichtig, Menschen auszuzeichnen, die sich für unsere Region verdient gemacht haben, so wie Sie“, sagte Jansen.

In seiner Würdigung versuchte Frankenberg, einen Überblick über Hopps Engagement zu geben – kein leichtes Unterfangen. „Die Firma SAP ist das wertvollste Geschenk, das Sie der Region gemacht haben“, schließlich fänden hier Tausende Menschen Arbeit. Darüber hinaus erwähnte der Minister die TSG Hoffenheim, nicht ohne Hinweis auf aktuelle sportliche Erfolge: „Der Fußballclub aus einem kleinen Dorf schlägt den Verein aus der Hauptstadt mit zwei zu null.“ Außerdem fördere Hopp den sozialen Bereich sowie Bildung und Wissenschaften, seit dem Jahr 1995 schon mit der Dietmar Hopp-Stiftung. „Sie haben die Metropolregion in einem Maße gefördert“, so Frankenberg, „wie es wohl noch nie einem Privatmann gelungen ist.“ Die Verbindung mit der Region versuchte Frankenberg im
Bild von den „Flügeln und den Wurzeln“ darzustellen, beides habe Hopp hier bekommen.

Der Ausgezeichnete, dem die Gäste stehend applaudierten, bedankte
sich herzlich und versuchte, ebenfalls nicht ganz leicht, die wichtigsten
Erfolgsfaktoren kurz zusammenzufassen: „Es ist die Unternehmenskultur
mit einer angst- und repressionsfreien Atmosphäre, ständiger Innovationsbereitschaft und Bescheidenheit.“ Nur so könnte immer wieder Neues entstehen. Unternehmensführungen sollten die „Erfolge mit der Belegschaft teilen“ und gegen „Arroganz und Selbstzufriedenheit ihrer Mitglieder kämpfen“, so Hopp. „Ich hoffe, die SAP nutzt die jetzt bestehende Chance, sich auf diese alten Werte zu besinnen.“

Für seinen unternehmerischen Erfolg sei er reich belohnt worden, ob das gerecht sei, könne er nicht beurteilen. Er sei aber überzeugt, dass jeder Unternehmer „ein individuelles Gefühl für Gerechtigkeit“ entwickeln müsse. Aus diesem Antrieb heraus habe er selbst große Teile seines Vermögens in seine Stiftung eingebracht, um sie mit der Gesellschaft zu teilen – „und ich wünsche mir dafür viele Nachahmer“. Die Förderung von Sozial-, Sport-, Wissenschafts- und Bildungsprojekten in der Metropolregion sei kein Zufall, auch wenn er wisse, dass es etwa mit dem Klimaschutz auch weitere wichtige Felder gebe. „Für mich stehen immer die menschlichen Aspekte im Vordergrund“, sagte Hopp im Rittersaal. „Es hängt von den Menschen ab, ob wir auf eine bessere Welt hoffen können oder nicht.“

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