Rhein-Neckar-Zeitung, 05. Dezember 2011

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engelhorn -

In einer weißen Schneelandschaft tummeln sich hinter den Schaufenstern der Galeria Kaufhof Steiff-Kuscheltiere in allen Arten und Größen (links), während das Modehaus Engelhorn gleich mehrere seiner Schaufenster dem St. Petersburg der Zarenzeit widmet (rechts).

Kuscheltiere im Schnee – Zauber der Zarenzeit

Die Weihnachtsfenster der Kaufhäuser in der Innenstadt faszinieren sowohl große als auch kleine Einkäufer

Mit leuchtenden Augen stehen sowohl Kinder als auch Eltern vor dem großen Schaufenster von Galeria Kaufhof am Paradeplatz. Dahinter tummeln sich in einer weißen Schneelandschaft Steiff-Kuscheltiere in allen Arten und Größen. Gleich mehrere Fenster ins St. Petersburg der Zarenzeit öffnet das Modehaus Engelhorn.

In der Adventszeit sind die aufwändig dekorierten Fenster der Kaufhäuser ein besonderer Hingucker. Dahinter steckt jedoch jede Menge harte Arbeit. Das weiß niemand besser als Beate Reuter und Jürgen Müller, die kreativen Köpfe hinter dem Weihnachtszauber. Bis die Dekoration in den Schaufenstern und im Inneren von Engelhorn allerdings steht, ist eine lange Vorbereitungszeit nötig. „Ich habe gerade die ersten Ideen für die Weihnachtssaison 2012 bei der Geschäftsleitung eingereicht“, erzählt Müller, Kreativdirektor im Haus Engelhorn und für die Dekorationen in Mode-, Trend-, Wäsche- und Strumpfhaus verantwortlich.
Eine Inszenierung der Oper „Boris Godunov“ in der Metropolitan Opera in New York hatte Müller zum diesjährigen Motto inspiriert: Russland. Dazu reiste er extranachSt.Petersburg,besichtigtedort Kirchen, die Eremitage und den Winterpalast. Außerdemkaufte er Ikonen, Geschirr und Matroschkas, die russischen Puppen. Ungefähr 1600 der farbenfrohen Matroschkas in allen Größen sind im Modehaus dekoriert – von großen Puppen in Glaskästen bis zu den kleinen Figuren an den Weihnachtsbäumen. „Es ist wichtig, dass die ganze Dekoration ein einheitliches Konzept hat“, betont Müller. Als der Kreativdirektor nach Russland reiste, hatte er das grobe Design einiger Fenster bereits im Kopf. „Doch ich lasse mich natürlich vor Ort von den Gebäuden und den Menschen inspirieren.“ So erinnert ein Fenster in den Farben Gold und Weiß an die Eremitage in St. Petersburg. In einem anderen Schaufenster
läuft auf Bildschirmen eine Aufführung der Oper „Boris Godunov“. Das ausgestellte Kinderkostüm aus der Oper von Modest Mussorgski kommt aus den Beständen der Reiss-Engelhorn-Museen. Die Bilder, die in einem anderen Fenster zu sehen sind, ließ Müller extra anfertigen. Die Kerzen, Ikonen und Weihrauchbehältnisse spiegeln das Flair der russisch-orthodoxen Kirchen wider.

Zwölf Mitarbeiter umfasst Müllers Deko-Team. Die Hauptidee kommt zwar vom Kreativdirektor, doch die Dekorateure dürfen durchaus eigene Ideen innerhalb des Konzepts umsetzen: „Ich habe ein erfahrenes Team, das den Stil desHauses genau kennt und weiß, was geht und was nicht.“

Überein erfahrenesTeamverfügtauch Beate Reuter, Abteilungsleiterin der Dekoration bei Galeria Kaufhof. Sie weiß: Die Steiff-Themenwelten sind der Renner. Dieses Jahr lautet das Motto „Zoo“. „Dazu bekommen wir fertige Module der Firma Steiff geliefert“, erklärt die Abteilungsleiterin. Ihr Team und Steiff-Mitarbeiter bauen dann gemeinsam die Schneelandschaft auf. Ungefähr 25 Meter laufendes Schaufenster sind da zu bestücken. „Das ist keine leichte Arbeit“, erläutert Reuter. „Die Module sind sehr schwer und alles muss genau ineinander passen.“ 250 bis 300 Kuscheltiere gibt es zu bestaunen, schätzt sie – darunter Affen, Seehunde, Elefanten, Löwen und natürlich Bären.

Es sei eine schöne Arbeit, vor allem wenn man sehe, wie sich die Kinder freuen. Die drücken sich regelmäßig die Nasen an der Glasscheibe platt. „Wenn ich montags zur Arbeit komme, dann sehe ich an der Scheibe die vielen Fingerabdrücke“, erzählt Reuter lachend. Deswegen werde die Scheibe jetzt auch immer am Montag geputzt. Der Steiff-Zoo ist noch bis zum 27. Dezember zu sehen. „Dann beginnt der Abbau.“