14.05.2012 | Mannheimer Morgen

Wetter lässt Rekorde purzeln

Hauptläufe: Neue Bestzeiten bei Marathon, Halbmarathon und Teilnehmerzahl / Zufriedene Gesichter beim Veranstalter

Der 9. MLP-Dämmermarathon wird in die Geschichte eingehen. Sportlich, weil der Äthiopier Werkuneh Seyoun Aboye mit Streckenrekord die 42,195 Kilometer gewann (2:17,3 Stunden) und weil auf der halben Distanz die Bestmarke vom kompletten Siegertrio unterboten wurde. Schnellster war Topfavorit Faustin Mussa Starehe in 1:03,34. Mit 11 580 Teilnehmern waren zudem nie zuvor so viele Läufer, Inliner und Handbiker zwischen Mannheim und Ludwigshafen unterwegs. Für die deutlich überbotene Bestmarke von 2009 (11 188) waren die Steigerungsraten in allen Wettbewerben verantwortlich. Besonders glücklich war der Sportliche Leiter Wilfried Raatz über das wachsende Interesse am vollen Marathon (1255); den Halbmarathon nahmen rechtsrheinisch 3747 in Angriff, in Ludwigshafen gingen 389 an den Start. Der Marathon der Handbiker hat sich mit 107 zum zweitgrößten hinter Berlin entwickelt, bei den Inlinern machten sich 537 auf den Weg, darunter über 100 Fahrer mit Lizenz. Der Mini-Marathon wuchs auf 1670 Jugendliche an, der Rest verteilte sich auf die 612 Teams (50 Prozent Quartette, 35 Prozent Sextette, 15 Prozent Quintette), den zweigeteilten KidsRun (512) und den Schweinehundlauf (400). „Der 9. MLP-Marathon war ein Riesenerfolg, die Stimmung extrem gut – trotz des DFB-Pokalfinales“, war Dr. Christian Herbert, der Geschäftsführer des Veranstalters m³, erleichtert und glücklich. Das, so Raatz, „fantastische sportliche Ergebnis“ passte perfekt zur guten Laune bei den Verantwortlichen. „Die Rekordzeiten haben gezeigt, was möglich ist“, kommentierte Raatz die packenden Duelle. „Eigentlich gab es auch bei den 42 Kilometern der Frauen eine neue Bestmarke, denn bei Kathrins Weßels Rekord von 2004 in 2:45,59 gab es keine große Runde, sondern zwei vom Profil her schnellere Mannheimer Schleifen.“ Raatz’ Gratulation ging an die Äthiopierin Girma Simegn Terefa, die nach 2:46,31 Stunden vor dem Rosengarten ankam. Lange mit ihrer Teamkollegin Ayisha Bonsa Horo unterwegs, setzte sie sich bei Kilometer 30 dann auch von der Kenianerin Prisca Kiprono ab, die aber vor der leicht verletzten Horo (3:01,58) Position zwei behauptete (2:51,28). „Die Stimmung unterwegs war wundervoll“, lobte das Trio unisono den Lauf in die Dämmerung. Fest in schwarzafrikanischer Hand war auch der Marathon der Männer, bei dem der Äthiopier Aboye den zuvor dreimal in Folge siegreichen Isaak Cheruiyot an Kilometer 32 stehen ließ und in 2:17,34 einen neuen Rekord aufbot. „Ich wollte noch schneller sein, aber auf der windigen Brücke war ich allein, da ging nichts mehr“, erklärte der 28-jährige Sieger seine um fünf Minuten verpasste Wunschzeit. „Ich habe mich über 30 Kilometer als Pacemaker gefühlt, musste immer vorne laufen“, konterte der entthronte Titelverteidiger. „Bei einem Marathon muss man aber die Führungsarbeit aufteilen, wenn man den Kilometer in 3:10 Minuten laufen will – was für 2:12 nötig gewesen wäre.“ Wie schnell der Mannheimer Halbmarathon ist, bewies das Siegertrio. Alle blieben fast eine Minute unter der alten Bestmarke (1:04,22) und sogar 16 Minuten unter der Zeit des in Ludwigshafen gestarteten Siegers Dieter Kux (Darmstadt/1:19,56). Doch das linksrheinische Streckenprofil ist nicht vergleichbar.

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