19.07.2012 | Die Rheinpfalz

Künftig weltweit

Mannheimer Philharmoniker bei prominenter US-Agentur unter Vertrag – Vier Sinfoniekonzerte im Rosengarten

Vor zwei Jahren gründete der junge Dirigent Boian Videnoff ein Projekt-Orchester und nannte es Mannheimer Philharmoniker. Die Konzertreihen in Mannheim waren so erfolgreich, dass das Orchester nun auch außerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar auftritt.

Vor einigen Wochen schloss Videnoff in New York einen Vertrag mit dem Columbia Artists Management, bei dem schon Karajan, Muti, Barenboim oder James Levine unter Vertrag standen. Die bekannte amerikanische Agentur will die Mannheimer Philharmoniker künftig weltweit vermarkten.
In der Saison 2013/14 sind Tourneen durch Russland, Amerika, Europa und Asien geplant. Unterstützt wird das Orchester unter anderem vom Förderverein der Freunde der Mannheimer Philharmoniker, von den Mannheimer Versicherungen, der Commerzbank, Engelhorn und vom Stadtmarketing. Bei den Philharmonikern gibt es diverse Veränderungen. In der letzten Saison veranstalteten sie vier Konzerte im Musensaal des Mannheimer Rosengartens und einige in privaten Gefilden. Im Gegensatz zur letzten Saison, in der die Besetzungen jeweils ausgetauscht wurden, wird das Orchester künftig einen Stamm von etwa 25 Musikern haben. Man bleibt aber auch weiterhin ein kreatives Rotations-Orchester, in dem junge Orchestermusiker nach dem Studium einen Platz finden.

In der Saison 2012/13 gastieren die Mannheimer Philharmoniker erstmals auch im Konzerthaus in Karlsruhe mit einer „Finest Classics Konzertreihe der Jungen“. Sie übernehmen dabei komplett ihre Mannheimer Programme. Videnoff und seine Musiker beschäftigen sich – wie bisher – hauptsächlich mit großen Werken der Klassiker und Romantiker des 19. Jahrhunderts. Aufführungen zeitgenössischer Musik kann sich das Orchester nach eigener Aussage nicht leisten. Die Gema-Kosten seien einfach zu hoch, wird dies begründet. Im ersten Konzert der neuen Saison am 14. Oktober dirigiert Videnoff Mozarts „Zauberflöten“-Ouvertüre, das erste Klavierkonzert Tschaikowskys mit dem griechischen Pianisten Dimitris Sgouros und Beethovens fünfte Sinfonie. Am zweiten Abend gibt es Brahms‘ zweites Klavierkonzert mit der Pianistin Viktoria Postnikova und Brahms‘ zweite Sinfonie. Beim dritten Konzert übernimmt der Geiger Alexander Gilman den Solopart des Violinkonzerts von Erich Korngold. Umrahmt wird dieser Konzertabend von einem Stück Debussys und von Tschaikowskys sechster Sinfonie („Pathetique“). Und zuletzt glänzen der Pianist Moritz Winkelmann in Brahms‘ erstem Klavierkonzert und Boian Videnoff in Beethovens dritter Sinfonie, der „Eroica“.

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