14.08.2006 | Die Rheinpfalz

Schwerer Neuanfang

Aller Neuanfang ist schwer. Beim ersten Streetball-Turnier in Mannheim nach zehn Jahren Pause nahmen am Samstag auf den Kapuzinerplanken nur vier Teams teil. Ihrer Spielfreude schadete das allerdings nicht.

Sieben Stunden dauerte das Turnier, das engelhorn sports mit Unterstützung eines Sportartikelherstellers veranstaltete. "Jeder gegen jeden" lautete das Modus und gespielt wurde dabei wiederum nach dem Modus "Best of Five". Machte also im Maximalfall 15 Spiele pro Mannschaft.
Gespielt wurde im Gegensatz zum Basketball auf einen, statt auf zwei Körbe, jedes Team besteht aus drei, anstatt wie in der Halle aus fünf Spielern.
"Die Resonanz war super, die Leute bleiben stehen, schauen sich das an und einige wollen auch mitspielen", schilderte Mirko Basaric, der sich mit Marvin Hunter von engelhorn sports die Organisation teilte. Trotz des wetterbedigt enttäuschend kleinen Teilnehmerfeldes soll im nächsten Jahr auf jeden Fall ein neuer Anlauf gewagt werden.
Der 29-jährige Basaric spielte vor Jahren im Dress der SG Mannheim in der Oberliga, arbeitet heute im Management des Vereins mit. "Streetball ist eine Lebensphilosophie", sagt Basaric und verweist auf den Ursprung der Sportart in den Hinterhöfen amerikanischer Großstädte.

Heute steht der Begriff Streetball für eine Jugendkultur, die mit den Musikrichtungen Rap und HipHop und dem damit verknüpften Ghetto-Image verbunden wird. Auf die bollernden HipHop-Rhythmen mussten Spieler und Zuschauer allerdings verzichten - die Dauerbeschallung wurde von der Stadtverwaltung nicht genehmigt.
HipHop-Musik und Texte sind oft aggressiv und provozierend - wie der Team-Name "Rheinauer Analprinzen". "Den haben wir aus Jux und Dollerei gewählt, um die Leute drauf zu schicken", erklärt Sven Bassauer, der schon als Fünfjähriger Streetball spielte. "Das ist einfach geil, auf dem Court seine Aggressionen abzulassen - ist besser, als etwas kaputt zu machen", betonte der 22-jährige.
Dass die Streetbasketballer, bei denen Einzelleistungen und spektakuläre Aktionen wichtiger sind, als das disziplinierte Mannschaftsspiel, nur schwer dazu zu bewegen sind, sich einem Verien anzuschließen, ist eine Sache. Andererseits zeigte sich beim Turnier, dass Vereinsspieler mit ihrer besseren Technik-Grundschule doch überlegen sind. Das Siegerteam "We love the Game" bestand ausschließlich aus Spielern der SG Mannheim.

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