02.01.2008 | meier magazin

Bloss keine Urlaubsfotos!

Rund 1300 Mitarbeiter zählt die engelhorn-Gruppe in den verschiedenen Kaufhäusern in Mannheim und Viernheim. Auf der Webseite des Unternehmens findet man eine Jobbörse mit reichlich Stellen- und Ausbildungsangeboten. Personalleiter Michael Hammer hat schon viele Bewerbungen in den Händen gehalten und weiß, worauf es ankommt – und was man lieber lassen sollte.

„Mittlerweile gehen viele Bewerbungen online ein. Mir persönlich gefallen aber auch die klassischen, schriftlichen, die klar und sauber sind. Online-Bewerbungen sollten alles übersichtlich in einem Anhang bereithalten. Es kam schon vor, dass wie 60 Anhänge zu einer Bewerbung bekamen, da vergeht einem schnell die Lust. Das ist ohnehin zu umfangreich. Ich will das wesentliche sehen, etwa Arbeitszeugnisse. Ein 40-jähriger Bewerber schickte mir mal ein fas 25 Jahre altes Realschulzeugnis, das ist natürlich nicht wesentlich. Bei schriftlichen Bewerbungen spielt die Sauberkeit eine große Rolle: Immer wieder sind Seiten geknickt, manchmal riechen die Unterlagen so stark nach Rauch, dass ich mich weigere, sie zu lesen. Der Kandidat muss mich neugierig machen. Das erreicht er nicht mit Urlaubsfotos oder einem Bild, das ihn oder sie auf dem Sofa zeigt! Ein klassisches Portraitfoto und ein leichtes Lächeln sind da vorteilhafter. Besonders kreative Bewerbungen kommen naturgemäß für Jobs in Bereichen wie Grafikdesign oder Visuelles Marketing an. Eine Bewerberin schickte ihre Unterlagen mal in einer Holzkiste, die sie mit Lack und Farbe selbst bearbeitet hatte. Das fiel natürlich auf. Andere gestalten ihre Bewerbungen mit verschiedenen Materialien wie Kartonagen oder Tuch, Damit zeigt der Bewerber, dass ihm der Job wirklich wichtig ist. Beim Vorstellungsgespräch kann der Kandidat mit seinem Outfit punkten. Möchte er in der Sportabteilung arbeiten, kann er ruhig auch sportiv gekleidet beim Gespräch erscheinen – da braucht er keinen grauen Anzug. Nur den Kaugummi sollte er vorher rausnehmen und das Mobiltelefon ausschalten, Klingelt es doch: Bitte nicht rangehen, sondern nett entschuldigen und ausmachen. Eine Absage heißt übrigens nicht zwingend, dass der Kandidat nicht geeignet ist. Eine Bewerberin, die als Verkäuferin in einem unserer Häuser arbeiten wollte, blieb nach der Absage hartnäckig und bewarb sich bei den zwei folgenden Inseraten aufs Neue. Mittlerweile arbeitet sie seit 10 Jahren bei engelhorn.“

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