31.05.2008 | Mannheim Stadt im Quadrat 2008, 38. Jahrgang

Neue Gebäude, schöne Geschäfte

Aufschwung in der Mannheimer City

Die Mannheimer City wird als Einkaufszentrum immer beliebter. Auf den Planken wächst die Zahl der exklusiven Shopping-Adressen.

Mannheim war schon immer die große Einkaufsstadt der Region. Doch inzwischen strahlt der Name der City auch weit darüber hinaus, Die Kunden kommen aus allen Himmelsrichtungen . und von immer weiter her. In Baden-Württemberg ist Mannheim derzeit die Stadt mit dem höchsten Kaufkraftzufluss. Von rund 2,2 Milliarden Euro Jahresumsatz im Einzelhandel kommen 750 Millionen von außerhalb.
Mehr und mehr attraktive und exklusive Geschäfte locken die Besucher auf die traditionelle Shopping-Meile der Innenstadt, die Planken zwischen Wasserturm und Paradeplatz. Block für Block, Quadrat für Quadtrat hat sich die Fußgängerzone hier in den letzten Jahren herausgeputzt. Die funkelnden neuen Glasfassaden des Weltstadthauses von Peek & Cloppenburg und des Erweiterungsbaus des Traditionshauses Engelhorn sind die sichtbarsten Zeichen des Aufschwungs.
Beide wurden im Frühling 2007 innerhalb weniger Wochen eröffnet und erweisen sich seither als wahre Magneten. Das helle, von Tageslicht durchflutete Haus von P&C, mit dem das Unternehmen erklärtermaßen an die glanzvolle Ära der großen Kaufhauspaläste von London, Paris oder Berlin anknüpfen möchte, wurde vom berühmten New Yorker Architekten Richard Meier entworfen., Der Erweiterungsbau „acc/es“, in dem Engelhorn Taschen, Tücher, Hüte Schuhe und andere Accessoires in großzügig luxuriösem Ambiente anbietet, stammt vom bekannten Stuttgarter Büro Blocher, Blocher und Partner.
Angebot und Auswahl entsprechen in beiden Häusern der anspruchsvollen Architektur. Hier wie dort setzt man bevorzugt auf gehobene Wünsche, auf noble und entsprechend teure Marken, wobei Engelhorn sowohl im Hinblick auf Größe wie auch auf das Sortiment zeigt, dass das Familienunternehmen Flagschiff und Nummer eins am Platze bleibt.
Doch auch rechts und links dieser „Leuchttürme“ locken viele andere, schöne Geschäfte – neue und alteingesessene. Das beliebte und im besten Sinn bodenständige Bekleidungshaus Appelrath-Cüpper auf den Planken hat eher in der Stille umgebaut und sich frisch und chic herausgemacht. Galeria Kaufhof i Quadrat N7 an der Kunststraße trennte sich von der alten „Eiermann-Fassade“und trägt stattdessen hellen, klar strukturierten Sandstein.

„Man braucht nur zu schauen“, sagt Claus Seppel, der Präsident des Einzelhandelsverbandes Nordbaden und Vizepräsident der IHK Rhein-Neckar beim Gang über die Planken. „Da ist eine Top-Adresse neben der anderen, darunter viele neue Gebäude und neu ausgebaute, schöne Geschäfte. Hier tut sich wirklich viel.“

Während andere Städte mit einem Trend zu immer mehr Billigläden zu kämpfen haben, floriert in Mannheim auf der Haupteinkaufsmeile besonders das „Premiumsegment“. „Wir haben hier beste Juweliergeschäfte in großer Dichte“, sagt Seppel und zeigt in die Runde: Wenige Schritte vom alteingesessenen Haus Braun auf den Planken ist Wempe; gleich um die Ecke, an der Fressgasse, befriedigt die Firma Nitsch, ein Familienunternehmen in zweiter Generation, höchste Ansprüche. „Wir haben hier alles auf engstem Raum beieinander, das ist schon eine tolle Sache“, sagt Inhaber Ralf Nitsch.
Für jene, die auf glitzernde Steine und funkelnde Dekorationen nicht verzichten möchten, dabei aber nicht unbedingt auf echte Edelsteine Wert legen, gibt es neuerdings auch eine Filiale von Swarovsky – mit dem Glanz geschliffenen Glases, schimmernd wir Brillianten. Daneben freut sich der Verbandspräsident des Einzelhandels über Filialen und Läden für Junge Mode, die entweder neu eröffnet haben – wie etwa „Zara“, der Shoe culture store“, „Hugo Boss orange“ und „s. Oliver“ – der demnächst erwartet werden: „Bestseller“, „New Yorker“, ein neuer „H&M“ und ein brandneues „Mc Café“, die Top-Marke von Mc Dondald's.
Zu den Pluspunkten der Mannheimer City zählt aber auch, dass der Besucher hier nicht nur die bekannten Filialgeschäfte findet. Unmittelbar auf den Planken, mehr aber noch in den Seitenstraßen oder Passagen kann er nach wie vor auch kleinere individuelle und Inhaber geführte Boutiquen, Parfümerien und andere Fachgeschäfte entdecken. Hierzu zählen Läden für Taschen und schönes Reisegepäck ebenso wie für Interieurs und Wäsche. Eines davon heißt „Bernstein Underwear“, Es liegt in der Fressgasse, bietet Lingerie, Dessous und exklusive Bademoden – und zählt unter Experten zu den „Top-Ten“ im deutschen Wäschefachhandel. Es wurde vor kurzem von der Fachzeitschrift Sous zum zweiten Mal mit dem Preis „Sterne der Wäsche“ ausgezeichnet.
Weiterhin einmalig ist auch das Geschenk- und Schreibwarengeschäft „Nax“ auf den Planken Hier findet man edelstes Schreibgerät – von Mont Blanc bis Faber Castell, dazu Designer-Aktentaschen, teuere Brillen und anderes Business-Zubehör für die Dame, vor allem aber für den Herrn. Ein paar Häuser weiter ist das Mannheimer „Stammhaus“ des Einzelhandelspräsidenten Seppel selbst, das Luxus-Schuhgeschäft Gero Mure. Für die nicht ganz so betuchte aber nicht minder qualitätsbewusste Kundschaft hat er in Richtung Wasserturm auf zwei Etagen vor kurzem ein zweites großzügig-elegantes Geschäft für Damen und Herren eröffnet. Sein Haus „Kaos“ für junge, bunte mode logiert unweit davon in einer Seitenstraße.
„Wir sind in Mannheim in der glücklichen Lage, dass wir eine große Nachfrage nach Ladenflächen haben, auch in den Nebenstraßen. Die Geschäfte befruchten sich gegenseitig, ein Investor zieht den anderen nach sich“, sagt Seppel. Das belegen auch die Zahlen. Die Gesellschaft für Konsumforschung hat in den zurückliegenden Jahren stetig steigende Zahlen für die so genannte Zentralitätskennziffer ermittelt.
Inzwischen kommen fast 50 Prozent aller Kunden von außerhalb; viele aus dem direkten Umland, immer mehr aber auch von weit her: aus Stuttgart, Kaiserslautern, Darmstadt oder Frankfurt. Bei der Erhebung der Passantenzahlen, die das größte Düsseldorfer Maklerunternehmen Kemper's einmal im Jahr durchführt, landen die Planken regelmäßig auf Spitzenplätzen . gleich hinter den Haupteinkaufsstraßen von Köln, Frankfurt oder München.
Ein wesentlicher Grund für die steigende Anziehungskraft sieht Seppel im Zentrenkonzept, das Stadt und Handel gemeinsam entwickelt haben: „Damit haben wir die Innenstadt gestärkt und verhindert, dass Kaufkraft auf die grüne Wiese abfließt.“ Die Stadt habe mit dem Erlass der nötigen Vorschriften dafür gesorgt, dass keine weiteren Ein-Euro-Läden, Wettbüros und Sexshops die Atmosphäre auf der Einkaufsmeile trüben. Seppel: “All das hat sich bewährt.“

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