14.04.2010 | Mannheimer Morgen

Die Ladung gibt’s vorerst noch umsonst

Elektroautos: MVV kooperiert mit Engelhorn und dem Rosengarten /
Erste Stromtankstelle am Luisenring in Betrieb genommen

Es gibt keine Tankstellen, kaum nutz- oder bezahlbare Fahrzeuge, geschweige denn ein Preisgefüge für die Ladung. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts sollen aber eine Million Elektroautos auf die Straße, so will es die Bundesregierung, und da will Mannheim, immerhin die Stadt, in der Auto, Fahrrad und Traktor erfunden wurden, ganz vorne mitspielen.

Gestern eröffnete Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz zusammen mit Dr. Georg Müller, dem Vorstandsvorsitzenden der MVV Energie AG, die erste Elektrotankstelle der Stadt. „Ein symbolischer Akt, gewiss“, so Müller, „aber wir wollen das Henne-Ei-Problem dadurch lösen, dass wir erst einmal ein Angebot machen.“ Kunden kaufen keine Fahrzeuge, weil es keine Strom-Tankstellen gibt, Strom-Tankstellen werden nicht eröffnet, weil es praktisch keine Fahrzeuge gibt. Kurz: „Das ist ab sofort anders.“ Bis zum Jahresende können Besitzer von E-Mobilen, so es sie denn gibt, auf dem Vorplatz des MVV-Hochhauses am Luisenring ihre Akkus umsonst aufladen – mit Ökostrom, versteht sich. Und in der kommenden Woche eröffnen ADAC und RWE am Friedensplatz gleich die zweite Stromtankstelle.

Mit von der Partie sind auch Andreas Hilgenstock, Geschäftsführer des
Modehauses Engelhorn, und Michael Schnellbach von der Rosengarten-
Betreibergesellschaft m:con, die beide ebenfalls Zapfstellen für E-Mobile einrichten wollen und bis Herbst – vorausgesetzt, es findet sich ein Hersteller, der einen elektrisch angetriebenen Kleinbus anbietet – einen Shuttle-Service für Kongressbesucher einrichten wollen.
Hilgenstock und Müller drehten gestern mit dem Experimentierfahrzeug
der MVV eine Ehrenrunde. Der Kleinwagen bietet mit durchaus respektablen Werten wie einer Reichweite von 100 Kilometern und einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern zumindest für den Stadtverkehr eine Alternative zum Verbrennungsmotor.

Zusammen mit der SAP in Waldorf erforscht die MVV die Umstellung von Firmenflotten auf Elektroantrieb – und will dabei selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Müller: „Wir können aber heute noch nicht sagen, wie viele E-Mobile wir bis wann im Fuhrpark haben.“

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