23.11.2004 | Mannheimer Morgen

Neue Kleider machen immer Leute

Gestern Dreharbeiten für „Andersrum“ bei Engelhorn mit Heiner Lauterbach

„Den Herrn Lauterbach haben wir doch gerade am Wochenende erst im Fernsehen gesehen“, tuschelt ein Ehepaar vor den Rolltreppen des Engelhorn-Modehauses auf den Planken. Grund des Starbesuchs ist der Dreh zur neuen Komödie mit dem Arbeitstitel „Andersrum“. In den Hauptrollen: Heiner Lauterbach und „Cobra 11“-Kommissar Mark Keller.
Plot der schräg turbulenten Geschichte ist die vertrackte Situation des spätpubertären Ferdinand, gespielt von Keller, der als Findelkind von den homosexuellen Zieheltern Heinz Hönig und Rolf Zacher großgezogen wird. Sein Problem: „Ferdi“ wirkt schwul, ist es aber nicht. Als er sich in Luise alias Sandra Speichert verliebt, kann ihm nur der „Vorzeige-Macho“ und unter Schreibblockade leidende Schriftsteller Toni, dargestellt von Heiner Lauterbach, helfen. Und da Kleider Leute machen, ist ein Gaderobenwechsel bei Engelhorn für Ferdi dringend notwendig.
Keller scheint sich in seiner Rolle als „Pseudo-Homo“ wohl zu fühlen. Mit Kajal unter den Augen und Föhnlocken streift er durch die Hemdenregale wie eine Frau beim Schuhkauf. Begeistert entscheidet er sich für gelbe und rosa Hemden, erntet allerdings nur abwertende Blicke von Filmkollege Heiner. Gott sei Dank steht ihnen die Verkäuferin Fehria El Boucheti mit Rat und Tat zur Seite: „Ich war total überrascht, dass ich für diese Rolle ausgesucht wurde.“
Die Idee zum Film entstand auf einer Party, als Keller mit Heinz Hönig und Til Schweiger, der vielleicht auch eine Rolle übernehmen wird, „rumblödelte“. Das ist schon ein paar Jahre her, denn zunächst fand sich kein Geldgeber. „Schließlich erzählte Marc Keller seinem Freund, dem Hockenheimer Investor Jürgen Harder, von der Geschichte, der sofort begeistert war“, erläutert Producer Stefan Riesberg. „Mannheim, Heidelberg und Umgebung haben wir wegen der filmtechnisch neuen Lokalitäten bevorzugt.“
Fertig sind die Schauspieler allerdings noch lange nicht. Noch bis Mitte Dezember wird in und um Mannheim weiter gedreht. Ob der Film auf Großleinwand ins Kino kommt, ist noch unklar: „Im Moment planen wir den Streifen auf DVD“, so Riesberg.

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