05.09.2011 | Mannheimer morgen

Totenschädel im Graffiti-Look

Kunstaktion: Reiss-Engelhorn-Museen im trendhouse

Mit Totenkopf-Schablone und Spraydose steht er hinter der Glasscheibe im Schaufenster, sprüht konzentriert die letzten blauen Figuren und vollendet sein Kunstwerk: Jascha Held, Graffiti-Künstler und Gründer des „Studio 68“. Ein milchig weißer, grinsender Totenkopf auf lila Hintergrund, umrandet von knallorangenen und grünen Sternen, Schädeln und Strichen. So sieht es am Ende aus.

Hinweisen soll das Graffiti-Schaufenster im trendhouse engelhorn auf die Ausstellung „Schädelkult – Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen“, die von Oktober bis April in den Reiss-Engelhorn-Museen stattfindet. „Seit drei Jahren arbeiten wir nun mit den Reiss-Engelhorn-Museen zusammen und gestalten immer wieder passende Schaufenster“, erklärt Nicole Martinsohn, Geschäftsführerin des engelhorn trendhouse. Die Aktion solle „eine Brücke schlagen“, meint Norman Schäfer von der Marketingabteilung des Museums. „Der Schädel als Symbol hat sich gewandelt. Während er ganz am Anfang für Tod, Vergänglichkeit und Gefahr stand, wurde das Totenkopf-Symbol in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Art Provokation benutzt und wurde auch in der Modeszene immer populärer.“ Das Schaufenster-Projekt solle die kultur-und epochenübergreifende Ausstellung versinnbildlichen.

Beißender Geruch als Hindernis Zwei Wochen lang hat der Graffiti-Künstler an seinem Totenkopf-Kunstwerk gearbeitet. Die Schablonen hat er „selbst gezeichnet oder gedruckt, dann gecuttet und aufgesprüht“. Ein überraschendes Hindernis: der beißende Gestank! „Letzte Woche habe ich nur zwei Tage im Fenster gearbeitet, weil der Geruch von den Sprühfarben für die Kunden unerträglich war“, sagt der 30-Jährige. Doch passend zu Eröffnung ist er dann doch noch fertig geworden: sein dritter Auftrag für das Modehaus engelhorn. Für ihn war das Projekt„ eine Mörderreferenz in diesem renommierten Haus“. Die nächste gemeinsame Sache komme bestimmt, weiß er.

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