02.09.2011 | Die Rheinpfalz

Eins nach dem anderen

Interview: Krzysztof Lijewski sieht Löwen auf gutem Weg

Die Rhein-Neckar-Löwen starten am Mittwoch beim TV Großwallstadt in die Handball-Bundesligasaison. Davor hat ihnen aber Rang vier in der vergangenen Saison das Wildcard-Turnier zur Champions League beschert. Heute fliegen die Löwen ins polnische Kielce, dort steht am Samstag das Halbfinalspiel gegen Dünkirchen HB GL an. „Eine Mannschaft, die stark besetzt ist, die wir aber bei voller Konzentration über 60 Minuten schlagen können“, weiß Uwe Gensheimer aus Videoanalysen über den aktuellen französischen Pokalsieger. Gestern, bei der Mannschaftspräsentation in Räumen des Mannheimer Sponsors Engelhorn Sports, wollte Gensheimer noch nichts zum möglichen Finalgegner Vive Kielce sagen. „Eins nach dem anderen“, ist das Motto des Löwen-Kapitäns, der stolz ist, „weil ich von der Mannschaft gewählt wurde“.

Die Mannschaft, das ist die Truppe von Trainer Gudmundur Gudmundsson, die sich natürlich erneut einen Titel wünscht, vor allem aber wieder an den Füchsen Berlin vorbei auf mindestens Rang drei der Bundesliga will. Sie muss ohne Torwart Slawomir Szmal und Grzegorz Tkaczyk auskommen, die am Sonntag auf dem Sprung in die Champions League (Gensheimer: Wir gehören da rein“) mit Vive Kielce im Weg stehen. Und auf Olafur Stefansson und Gudjon Valur Sigurdsson, die Gesellschafter Jesper Nielsen zu AG Kopenhagen mitgenommen hat. „Jesper ist uns weiterhin verbunden und unterstützt uns vertraglich bis 2015, er hat sich aber wegen Kopenhagen zurückgenommen“, erklärte Löwen-Manager Thorsten Storm. „Es ist immer schwierig, wenn man Starspieler verliert, aber wir sind bereit“, sagte Gudmundsson gestern. Er baut darauf, dass Krysztof Lijewski (vom HSV Hamburg) im rechten Rückraum einschlägt, der schon 43-jährige Torwart Tomas Svensson (Valladolid) sich mit Henning Fritz ergänzt, bis Goran Stojanovic (Gummersbach) seine Bandscheibenoperation völlig überstanden hat. Und er baut darauf, dass Kreisläufer Bjarte Myrhol, gestern mit herzlichem Beifall bedacht, seine gestern begonnene Chemotherapie (Hodenkrebs) bald und gesund übersteht. So lange muss Oliver Roggisch, sonst nur in der Abwehr beschäftigt, „die zweite Welle mitlaufen“. „Seit ich einen wieselflinken 43-Jährigen in der Mannschaft habe, strenge ich mich da an“, versprach er.

Interview: Krzysztof Lijewski sieht Löwen auf gutem Weg

Herr Lijewski, wie haben Sie sich im Süden der Republik eingelebt? Wie gefälltes Ihnen hier?
Hamburg, das ist natürlich ein ganz anderes Paar Schuhe. Dort gibt es viele schöne Sachen. Aber auch dort war nicht alles super. In der Stadtwar immer Stress wegen des Verkehrs. Und das Wetter war nicht optimal. Heidelberg, wo ich nun wohne, ist wirklich traumhaft. Dort ist kein Stress mit dem Verkehr. Hier ist es einfacher zu leben.

Wie weit ist Ihre sportliche Integration?
Sie spielen im rechten Rückraum, dort wo zuvor Olafur Stefansson agierte. Er war der große Spielgestalter der Löwen ...
Ganz ehrlich: Ich habe mich vorher nicht auf die Rhein-Neckar-Löwen konzentriert. Ich war Spieler des HSV. Ich wurde gut aufgenommen. In jedem Verein gibt es andere Regeln, in der Kabine beispielsweise. Daran muss man sich gewöhnen.

Was trennt die Rhein-Neckar-Löwen noch vom Meister HSV?
Es sind nur Kleinigkeiten. Die Löwen sind auf dem richtigen Weg. Vor zwei, drei, vier Jahren war in Hamburg auch nicht alles optimal. Ein Pokal wäre für uns sehr wichtig. Vom Potenzial können wir das erreichen. Ich kann nichts versprechen. Ich werde aber alles für den Erfolg tun.

Auch der Sprung in die Champions League wäre wichtig...
Ja, wir wollen uns immer mit den Besten messen. Wir können jeden schlagen. Auch Kielce in Kielce!

Wie sehr hat Sie getroffen, dass Bjarte Myrhol an Hodenkrebs erkrankt ist?
Für ihn ist das eine große Tragödie. Er ist ein positiver Mensch. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass er gestärkt da rauskommt. Karol Bielecki ist das beste Beispiel.

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