23.11.2004 | Rhein-Neckar-Zeitung

Mark Kellers neue Kleider

Der Schauspieler ging mit Heiner Lauterbach bei Engelhorn einkaufen

Dritter Stock im Modehaus Engelhorn. In der Herrenabteilung tummeln sich Heiner Lauterbach und Mark Keller. Die Schauspieler stehen für die beiden letzten Szenen von „Andersrum“ vor der Kamera. Doch was sich für den Laien nach „kurz mal zwei Szenen einspielen“ anhörte, erweist sich als überaus zeitaufwändig und kompliziert. Da muss geschinkt, sich umgekleidet, die Technik immer wieder anders positioniert werden. Das kostet Zeit und Nerven.
„Eine buchstäbliche Engels-Geduld zu haben ist am Set Voraussetzung“, rückt Producer Stefan Riesberg auch gleich das Laien-Bild vom schnellen Filmdreh zurecht. Egal ob Regisseur, Schauspieler oder Visagist, jeder muss auf seinen Einsatz warten, um sofort zur Stelle zu sein, wenn er gebraucht wird. „So ein Dreh braucht Zeit“. Die hat die Crew jetzt noch bis kurz vor Weihnachten. Dann soll die Komödie abgedreht und „im Kasten“ sein. Rund um Heidelberg und Mannheim wird die Fernsehkomödie „Andersrum“ mit hochkarätiger Starbesetzung gedreht: Mit Erol Sander, Heinz Hönig, Sandra Speichert, Gundis Zambo oder Rolf Zacher – um nur einige bekannte Gesichter aufzuzählen. Und natürlich Heiner Lauterbach und Marc Keller. Die Komödie handelt von „Ferdi“ (Marc Keller), der bei einem schwulen Pärchen aufgewachsen ist und sich trotz seiner Heterosexualität ziemlich „klischeeschwul“ verhält. Das allein wäre nicht tragisch, hätte sich Ferdi nicht Hals über Kopf in Luise (Sandra Speichert) verliebt. Glücklicherweise gibt es da noch den, an einer Schreibblockade leidenden, sehr männlichen Schriftsteller Toni (Heiner Lauterbach), der Ferdi nach einer durchzechten Nacht in die Geheimnisse des „Männlichsein“ einweihen will. Und dazu gehört eben auch die richtige männliche Kleidung. Die wurde gestern vor so manchen verdutzten Einkäufern in der dritten Etage des Modehauses Engelhorn ausgesucht, das Ganze gedreht. Denn Ferdi soll schließlich bei seiner Flamme Luise punkten können.
Ein relativ unspektakulärer Dreh, der sich für die zufällig Vorbeikommenden als interessant und lehrreich entpuppte. Und dabei erfuhr man, welcher Aufwand für einen solchen Film betrieben werden muss. Gut 250 Komparsen, eine Hand voll passender Drehorte in der Rhein-Neckar-Region, 25 Profi-Schauspieler, Tonnen weise technische Ausrüstung und ein perfekt eingespieltes Team. Und eben die angesprochene Geduld. Das ist das Grundrezept. Wann der Streifen im Fernsehen zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. Übrigens: Von Mannheim, Heidelberg, überhaupt der Rhein-Neckar-Region sind Mark Keller und Heiner Lauterbach begeistert.

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