03.11.2011 | Mannheimer Morgen

Kein Start von „Mocki“ – dafür viel Charme

Leichtathletik: Sabrina Mockenhaupt beim Hockenheimring-Lauf Stargast in der Boxengasse

HOCKENHEIM. „Hilf mir mal bitte hoch!“ – Sabrina Mockenhaupt kam kaum aus dem Sessel raus. Dort hatte sie sitzend Autogramme geschrieben. Sitzen und Stehen ging ja noch, aber das Aufstehen. . . Denn sie hatte erst zwei Tage zuvor beim Frankfurter Marathon mit 2:28,08 Stunden die Olympia-Qualifikation geschafft. Nun war sie beim Hockenheimring-Lauf als Startschuss-Geberin, Begleitung auf dem Rad, Fotopartnerin und Autogrammschreiberin präsent, aber an eine Wettkampf-Teilnahme war nicht zu denken. Den Termin hatte ihr Sponsor schon seit längerem geplant, als nämlich noch ein Start beim Berliner Marathon vorgesehen war. Dann aber hatte sie den Termin verlegen müssen, und so kollidierte dies mit dem Besuch in Hockenheim. Dennoch stand die beste deutsche Langstreckenläuferin – 35 deutsche Meistertitel – aus dem Siegerland dank ihres Charmes und guter Laune im Mittelpunkt. Die schmerzenden Oberschenkel waren kaum zu verbergen, die Enttäuschung über den Marathon ließ die Sportsoldatin nur kurz durchblicken: „Ich hatte so viel investiert. Und habe dann etwas riskiert, bin aber zu schnell angegangen, wollte unter 2:26 laufen. Jetzt muss ich erst mal abschalten.“ Die Läuferin mit einer Bestzeit von 31:14 über 10 Kilometer hätte gerne die schnelle Piste auf dem Ring getestet. So wie die 2000 Starter, die sich über zehn oder fünf Kilometer, Schüler- und Bambinilauf aufteilten. Dies ist ein hervorragendes Meldeergebnis für die ausrichtende ASG Triathlon Hockenheim und ein Beweis für die bestens eingespielte und familienfreundliche Organisation.

Lob an Grüber
„Das hätte ich heute nicht geschafft“, meinte Mockenhaupt zur Siegerzeit 37:38 Minuten von Almuth Grüber. Die 30-jährige Triathletin (engelhorn sports team) hat eine sensationelle Saison mit einigen Bestleistungen hinter sich. Sie gewann beispielsweise in Heidelberg den Halbmarathon und Triathlon. „Das war emotional stark, aber Köln war sportlich noch besser.“ Dort wurde die Mutter einer zweijährigen Tochter beim Ironman deutsche Vizemeisterin. Verena Utz holte im Laufe des Rennens auf und kam auf Rang zwei – zum dritten Mal in Hockenheim: „Angesichts der Konkurrenz bin ich zufrieden – die 37:43 sind Jahresbestzeit.“ Dem Feld voraus eilte ein 26-jähriger Kenianer: Philip Ruto wohnt für drei Monate in Dornstetten, tourt von dort aus zu den Wettkämpfen, so lief er vor zwei Tagen in Lausanne den Halbmarathon in 65 Minuten. Nun war er mit dem souveränen Sieg in 30:39 zufrieden. Es folgte der 20-jährige Kenianer Lveas Ndungu, der diese Saison für die MTG Mannheim startet. Er fühlte sich bei 31:53 so locker, dass er glaubt, bald eine 29er-Zeit laufen zu können. Platz drei und Bestzeit (31:55) gab es für den A-Jugendlichen Frederick Unewisse aus Karlsruhe, der sich am 20. November für die Cross-EM qualifizieren möchte. Über fünf Kilometer siegten Rouven Emmerich (SG Walldorf Astoria) in 16:24 Minuten und die erst 15-jährige Magdalena Kusserow (TV Bühl) in 18:53. Die beiden zehnjährigen Nachwuchsläufer der DJK Hockenheim waren hier erfolgreich: Julius Elk in 20:34 und Ronja-Evita Dörflinger in 22:05.

zurück zur Übersicht