07.11.2011 | Mannheimer Morgen

„Manchmal kitzelt es eben noch

Prominente: Die ehemalige Skirennläuferin Martina Ertl-Renz spricht bei Engelhorn Sports über ihre Karriere, Erfolge und ihr neues Leben

Mehr als 15 Jahre gehörte Martina Ertl-Renz zu den weltbesten kirennläuferinnen. Ihre Erfolgsbilanz ist beeindruckend und lang: Drei olympische Medaillen, vier Mal Edelmetall bei Weltmeisterschaften, 14 Weltcup-Siege in drei verschiedenen Disziplinen und mehr als 50 Podestplatzierungen beweisen ihre Extraklasse. Nun steht sie da, Martina Ertl-Renz, eine der erfolgreichsten Rennfahrerinnen unseres Landes, in Jeans und einer weißen Bluse und spricht beim Ski-Opening von Engelhorn Sports über ihre Karriere, ihre Erfolge und ihr neues Leben als Mutter zweier Kinder. Der Weg für ihren erfolgreichen sportlichen Werdegang wurde bereits im Kindesalter geebnet: Bereits mit zwei Jahren stand Ertl-Renz zum ersten Mal auf Skiern. „Meine Eltern sind immer gerne den Berg heruntergefahren, und meine Brüder haben mir am Anfang sehr geholfen“, erinnert sich die ehemalige Profisportlerin.

Profikarriere 2006 beendet
In ihrer Jugend spielte sie nebenbei Tennis, bemerkte aber schnell ihre Begeisterung für den Wintersport. Das Besondere sei vor allem das abwechslungsreiche Training, das gezielt auf Ausdauer und Kraft ausgelegt ist. Leicht sei es dennoch nicht immer gewesen: „Aber meine Eltern haben mich immer sehr unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Am 18. März 2006 beendete Ertl-Renz mit dem Riesenslalom von Aare ihre Rennkarriere. Ehemalige Kolleginnen jetzt den steilen Hang hinunterfahren zu sehen, macht der sympathischen Bayerin nichts aus: „Das fällt mir nicht schwer. Mittlerweile bin ich sogar froh, wenn ich nicht mehr nur aus dem Koffer leben muss“, sagt die 38-Jährige. Es sei einfach der richtige Zeitpunkt gewesen, um sich aus dem Weltcup-Zirkus zu verabschieden. „Deshalb konnte ich auch mit einem Lächeln gehen.“ Sich ganz vom Pistensport zu trennen, daran denkt Ertl-Renz allerdings nicht. „Manchmal kitzelt es eben noch. Skifahren ist einfach etwas Besonderes für mich. Heute genieße ich es, völlig ohne Erfolgsdruck den Berg runterfahren zu können.“

Der Höhepunkt ihrer Karriere? „Das war der Gewinn der Goldmedaille in der Kombination bei der Weltmeisterschaft in St. Anton 2001.“ Damals sei sie nach einer Knie-Verletzung quasi direkt von der Reha-Klinik auf dem Berg gelandet. „Klar, dass damals niemand mit diesem Erfolg gerechnet hat. Dadurch war es umso schöner“, erzählt Ertl-Renz, während sie fleißig Autogramme schreibt. Ihr schönster Erfolg sei aber ein ganz anderer gewesen. „Das Tollste ist, dass mein Mann und ich zwei gesunde Kinder haben.“ Zusammen mit ihrem Mann Sven Renz (36) führt Ertl-Renz mittlerweile dessen Sportgeschäft in München, das nun eng mit Engelhorn Sports bei 3-D-Fußanalysen zur passgenauen Herstellung von Skischuhen zusammenarbeitet. In der bayerischen Hauptstadt wird sie heute noch oft von ihren Fans angesprochen. „Das ist aber gar kein Problem für mich, denn alle sind total freundlich zu mir.“ Auch von den Mannheimer Ski-Fans ist Ertl-Renz begeistert. „Viele haben ganz alte Fotos von mir mitgebracht, das ist schon klasse.“ Die Stadt selbst sieht die ehemalige Ausnahmesportlerin zum ersten Mal: „Bisher hatten wir noch nicht richtig Zeit, um uns alles anzuschauen, aber nachher wollen wir unbedingt noch durch die Stadt bummeln“, so Ertl-Renz. Auch wenn die aktive Karriere vorbei ist – Martina Ertl-Renz wird dem Ski-Zirkus noch lange erhalten bleiben. Es gebe schon einige Anfragen, sie als TV-Expertin einzusetzen.

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