25.11.2011 | Mannheimer Morgen

„Krise hält nicht vom Kaufen ab“

Einzelhandel: Händler der Region blicken dem Weihnachtsgeschäft optimistisch entgegen und rechnen mit guten Umsätzen

RHEIN-NECKAR. Der erste Advent steht kurz bevor – und der Einzelhandel rüstet sich für die lukrativste Zeit im Jahr. Auch die Händler in der Region haben ihre Schaufenster bereits mit Lichterketten geschmückt und freuen sich auf gute Geschäfte. In Mannheim und Umgebung sieht der HandelSpielwaren, Uhren und Schmuck, Bücher sowie Unterhaltungselektronik ganz oben auf den Weihnachts- wunschlisten der unden, sagt Manfred Schnabel, Präsident des Einzelhandelsverbands Nordbaden in Mannheim. „Wir sind für die kommenden Wochen optimistisch. Ob wir dieses Jahr in allen Bereichen einen guten Umsatz erzielen, wird sich allerdings erst zeigen.“ Edmund Keller vom Einzelhandelsverband Mittelrhein-Rheinhessen-Pfalz in Ludwigshafen macht die Bilanz vom Wetter abhängig: „Wenn es kalt ist, vielleicht noch etwas Schnee liegt, steigt der Umsatz an“, sagt er. Erst dann seien die Verbraucher wirklich in Weihnachtsstimmung. Abgesehen davon schätzt er den Umsatz in den kommenden vier Wochen gut ein. „Die Eurokrise, Griechenland – all das hält die Kunden an Weihnachten vom Kaufen nicht ab“, sagt er. Auch Tatjana Steinbrenner, Präsidentin des Unternehmerverbands Hessischer Einzelhandel, geht von einem guten Weihnachtsgeschäft in der Region Südhessen aus. „In den ersten Adventswochen wird vermutlich weniger, in der letzten Woche vor Weihnachten dann wieder viel eingekauft.“

„Einkaufen im Sitzen“
Was die Branche in diesem Jahr vermehrt zu spüren bekomme, sei das „Einkaufen im Sitzen“, wie Steinbrenner es nennt. Gerade jüngere Verbraucher würden ihre Geschenke vom Schreibtisch aus über den Internethandel bestellen. „Das ist sehr schade für die Geschäfte vor Ort, aber wohl unvermeidbar“, sagt die Expertin. Probleme sieht sie in den Sparten Wäsche, Glas, Porzellan und Haushaltswaren. „Diese Bereiche haben es schwer, da wurde zu Weihnachten früher viel mehr eingekauft als heute.“ Im Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim steht seit einigen Tagen schon die Weihnachtsdekoration. Die Besucherzahlen seien bereits am vergangenen Wochenende angestiegen, sagt Christoph Feige, Centermanager des Einkaufszentrums. Er geht ebenfalls davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft wieder ein Erfolg werden wird.

Andrea Poul, Center-Managerin der Rhein-Galerie in Ludwigshafen, denkt, dass die Deutschen trotz der vielen Negativschlagzeilen in den vergangenen Wochen optimistisch geblieben sind. „Diesen Optimismus teile ich auch für die Rhein-Galerie“, sagt sie. Das Weihnachtsgeschäft werde gut verlaufen. Die Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE) für die kommenden Wochen ist bislang noch etwas verhalten: Die Branche rechnet lediglich mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das ergab eine Umfrage des HDE mit 500 Einzelhändlern aus ganz Deutschland. Im vergangenen Jahr erreichte die Branche ein Umsatzplus von 3,5 Prozent.

Grundsätzlich wirkten sich die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt und die gute Einkommensentwicklung positiv auf das Weihnachtsgeschäft aus, sagt Josef Sanktjohanser, Präsident des HDE. „In den geschenkaffinen Branchen rechnen die Unternehmen mit einer Entwicklung, die sogar über dem Vorjahr liegt.“ Dagegen seien vor allem die Einzelhändler in den Bereichen Haushaltswaren, Sportartikel und Schuhe skeptisch, ob sie die guten Umsatzzahlen des vergangenen Jahres halten können.

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