30.11.2011 | Mannheimer Morgen

„Ring“-Spenden mit Pralinen versüßt

Nationaltheater: Aktion mit Einzelhandelsverband, Werbegemeinschaft Mannheim-City, vielen Geschäften und Gastronomen startet

Sie sind mit Haselnusscreme sowie Remy Martin gefüllt, wahlweise von Vollmilchschokolade umhüllt oder auch in der Zartbitter-Variante zu haben: die „Ring-Pralinen“. Drei Stück der neuen süßen Köstlichkeit erhält jeder Spender, der mit mehr als 250 Euro die Produktion der Wagner-Tetralogie „Ring des Nibelungen“ unterstützt – und noch viele Präsente mehr. Das Nationaltheater hat dazu eine große Aktion mit 46 Betrieben von Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie gestartet.

„Das Modehaus Engelhorn war der Vorreiter, die haben sofort gesagt, dass sie mitmachen“, äußert sich Morticia Zschiesche, in der Intendanz des Nationaltheaters zuständig für Sponsoring, dankbar. Daraufhin richtete das Theater mit dem Einzelhandelsverband und der Werbegemeinschaft Mannheim-City einen gemeinsamen Appell an die Mitglieder, die „Ring“-Spendenaktion mit zu schmieden. „Wir unterstützen das gerne, weil die überregionale Ausstrahlung des Nationaltheaters der Stadt Mannheim und damit uns unheimlich viel bringt“, so Lutz Pauels, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mannheim- City. Selbst wenn jemand nur zu einem Theaterabend nach Mannheim komme und da nicht einkaufe, „merkt er doch, dass hier viel geboten wird, und kommt wieder“, ist Lutz Pauels überzeugt. „Was die Kultur voranbringt, hilft auch dem Handel – und umgekehrt, beides sind große Pluspunkte von Mannheim, da ziehen wir gerne an einem Strang“, begründet Manfred Schnabel, der Präsident des Einzelhandelsverbandes, warum er gerne den Aufruf unterschrieb. Das Nationaltheater erlebte darauf „eine sehr große Resonanz“, wie Morticia Zschiesche erfreut betont: „Es sind auch nicht nur Mannheimer Händler dabei, sondern – was ja selten ist bei solchen Aktionen – Filialisten“, hebt sie hervor. Immerhin mussten sie sich langfristig binden, denn die „Ring“-Tetralogie wird erst 2013 komplett sein – und bis dahin läuft die Spendenaktion, wobei neue Geschäfte durchaus noch dazukommen können.

Von Weinprobe bis Parkgutschein
Ein kleiner Aufkleber mit dem geschwungenen großen „A“, mit dem der auch als Maler bekannte „Ring“- Regisseur Achim Freyer sonst seine Werke signiert, kennzeichnen die beteiligten Händler und Gastronomen, die sich mit ihren Präsenten quasi stellvertretend für das Nationaltheater für Spenden bedanken. Die Palette reicht von Warengutscheinen im Wert von zehn Euro (etwa vom Kaufhof) über Bücher, einem kostenlosen Cappuccino oder Espresso bis zu Rabatten bei Einkäufen oder Bestellungen von Essen und Getränken. Das Hotel Holiday Inn lädt Gutscheinbesitzer in seine „Wohlfühloase“ ein, „Klenk’s Weinbar“ zur Weinprobe und die Biotopia-Fahrradstation gewährt einen Monat freies Parken fürs Fahrrad. Christian Lorczyk hat sogar eigens ein neues Produkt kreiert – leben die „Ring-Praline“. „Die Haselnüsse für die Füllung kommen eigens aus dem Piemont“, hebt der Konditormeister und Chocolatier hervor. Schließlich ist auch sonst alles selbst produziert, was er anbietet – rund 50 Pralinensorten, Schokoladetafeln und -figuren, Lebkuchen und Trüffel. Seit 2007 führt der 38-Jährige die traditionsreiche Confiserie Freundt. „Als die Theaterleute kamen, fand ich das eine gute Idee – für Kooperationen bin ich immer offen“, so Lorczyk. Er selbst sei zwar „bisher nicht so der große Theatergänger“, da er zwei kleine Kinder habe, „aber der Ring, der würde mich schon mal interessieren, das schaue ich mir mal an“.

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