08.10.2012 | Mannheimer Morgen

Einkaufen mit Musik und guter Laune

Geschäfte: Gegen Mittag füllten sich die Geschäfte in der Innenstadt zusehends / Ein Bummeln durch die Läden war für viele Besucher interessant

Gegen Mittag füllte sich die Parademeile des Einkaufens in den Quadraten zusehends. Die Menschen strömten von nah und fern, in die Innenstadt, um das sonntägliche Einkaufsvergnügen in vollen Zügen zu genießen. Breite Straße und Paradeplatz wurden zur Flaniermeile der Einkauftaschen und -tüten. Auffällig: Kaum jemand schien auch nur ansatzmäßig gestresst zu sein. Das galt für Kunden wie für Verkäufer gleichermaßen. Alle genossen anscheinend den Tag.

Viele zufriedene Gesichter
Noch bevor das eigentliche Geschäft begann, saßen vier Verkäuferinnen von Schlemmermeyer an einem Tisch und stärkten sich für den großen Ansturm. „Bei uns hat das geschäft schon vor 9 Uhr mit den Vorbereitungen angefangen. Bis wir schließlich Feierabend haben ist es bestimmt schon 19 Uhr. Aber das ist Routine für uns“, stimmen die vier überein. Die Kunden nahmen es dankbar an, denn schon kurz nach Öffnung warteten einige geduldig in der Schlange, um vor der großen Shopping-Tour noch etwas zu essen. Der Lauf durch die Geschäfte folgte anschließend. Meist wurde gezielt nach etwas Bestimmten gesucht. „Wir haben sonst kaum Zeit zum Einkaufen, weil wir beide berufstätig sind, da kommt die Gelegenheit gerade günstig“, freuen sich Sabine und Robert, die nach ihrem Einkauf ein Eis von Fontanella genießen und ergänzen: „Das ist nicht so viel Stress wie sonst. Wir finden das ganz gut.“

„Das macht richtig Spaß, am Sonntag zu shoppen. Das mache ich jetzt zum ersten Mal“, sagte die zwölfjährige Luisa. Mutter Liana ergänzte: „Ich habe die Tochter mitgenommen, damit sie mich bei der Auswahl berät. Das macht sie sehr gut“, sagte die Lindenhoferin. Wenig weiter zeigt Michelle auf ihre Füße. Die bedecken neue Winterstiefel, die gar nicht erst in einen Karton eingepackt wurden, sondern gleich am Fuß blieben. „Die braucht meine Tochter“, ergänzte die Mutter, die zum Einkaufen aus Laudenbach von der Bergstraße mit dem Auto gekommen sind.

Damit sind auch David Münch und Ajkuna Fiorito aus Heidelberg gekommen. „Wenn man schon mal die Gelegenheit hat, an so einem Tag einzukaufen, dann muss man das doch tun“, freuen sich die Beiden auf die Shoppingtour. Ein älteres Ehe-paar aus Lampertheim sieht das entspannt: „Uns hat es Spaß gemacht, heute durch die Geschäfte zu bummeln. Das ist übrigens das erste Mal, dass wir an einem verkaufsoffenen Sonntag in Mannheim sind, obwohl wir sonst auch viel hier in den Quadraten kaufen.“ Vor dem Modehaus Engelhorn bildet sich in der Zwischenzeit ein großer Pulk, aus dem lediglich einige schwarze Hüte herausragen. Die gehören der Folkloregruppe „D’Kochloeffel“ aus Soufelsweyersheim, die gerade zu einen Menschtertaler Martala – einem Marsch aus dem Münstertal – tanzen. Der Ort liegt rund sechs Kilometer nördlich von Strasbourg, erzählt der Vizechef der Truppe, Jean Robert Aeller. Gekommen sind sie, weil die Patisserie Reber seit fünf Jahren bei Engelhorn viele Kunden gefunden hat. Chef Daniel Reber ließ es sich nicht nehmen, die Kreationen aus dem Haus selbst zu fertigen. Mit den Lippen schnalzende Münder sind an diesem Tag sein Lohn. Angesichts der gegen Nachmittag wärmenden Sonnenstrahlen lachte Ulrich Manz, Geschäftsführer der ARGE, der mit Frau und Hund „Lotte“ durch die Straßen schlenderte: „Jeder bekommt das Wetter, das er verdient. Es ist doch immer schön, durch Mannheim zu spazieren und wenn etwas los ist, dann ist es noch schöner“, stellte das Ehepaar fest.

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