19.11.2004 | Mannheimer Morgen

Wenn der Heiner dem Mark vor die rosarote Vespa springt

Top-Riege des deutschen Films dreht in Mannheim und Heidelberg schrille Komödie /Arbeitstitel: „Andersrum“

Vier Freunde witzeln auf einer Münchner Promi-Party über die Idee, mal gemeinsam so eine richtig schräge Geschichte zu drehen. Das war vor acht Jahren....Gestern fiel die erste klappe für die schrille Komödie „Andersrum“ mit Heiner Lauterbach, Mark Keller, Heinz Hönig und Til Schweiger. Drehorte sind Mannheim und Heidelberg, der Produzent kommt aus Hockenheim. Der „MM“ war am Set und ließ sich von den Stars die Geburtsstunde des Filmprojekts schildern.

Erste „Location“: Die mit riesigen Scheinwerfen ausgeleuchtete Heidelberger Theaterstraße. „Cobra11“-Kommissar Mark Keller sitzt nicht etwa in einem heißen Schlitten, sondern auf einer rosaroten Vespa. „Geile Farbe, das Teil“ sagt Heiner Lauterbach noch im Vorbeigehen, um kurz darauf erschrocken zur Seite zu springen, denn der schusselige Fahrer des nostalgischen Zweirads hätte ihn fast umgefahren. „Du Idiot“ brüllt das Fast-Unfallopfer drehbuchgerecht – „Stopp“ ruft da der Regiesseur: „Der Heiner will sich das nochmal anschauen.“ Die Produktionsassistentin reicht Daunenjacke und die Mimen wärmen sich die klammen Finger an ihren Kaffeebechern, gehen die Szene nochmal am Monitor durch, der vor dem Thater aufgebaut wurde.

„Andersrum“ lauter der Arbeitstitel des Films. Und während der Fotograf beim Interview im nahe gelegenen Kino-Foyer darum bittet, die Sprudelflasche aus dem Bild zu nehmen, witzelt Heiner Lauterbach:“Komisch, die Weinflasche lassen sie immer im Bild“. Zum Plot der Geschichte: Mark mimt einen Mann, der homosexuell wirkt, es aber gar nicht ist. Und Heiner gibt ihm Nachhilfe im Männlichsein. „Es ist ein Wechselspiel“, przisiert Lauterbach dem der „inflationäre Gebrauch des Begriffs Macho“ längst auf die Nerven geht. „Sagen wir mal so: Ich spiele einen Typen mit burschikosem Äußerem, aber durchaus weichem Kern, der erst durch die feminine Seite von Mark zur Geltung kommt.“

Die Idee stammt von Mark Keller: „Wir haben auf einer Party mit Heinz und Till Quatsch gemacht, so wie wir es öfter machen, in der Art von „Ein Käfig voller Narren“. Und was liegt bei Schauspielern näher, als der Traum: “Daraus sollten wir einen Film machen.“ Doch alle Produzenten, die daran interessiert waren, wollten auch inhaltlich kräftig mitmischen. „Wir haben immer mehr gemerkt, wie uns die Geschichte aus den Händen gleitet“, berichtet Lauterbach. Doch eines Tages erzählte Mark keller seinem Freund, dem Hockenheimer Investor Jürgen Harder, von dem Projekt. Der ist sofort Feuer und Flamme: „Ich dachte, wenn Mark so begeistert ist, dann muss es was Gutes sein. Inhaltlich vertraue ich voll und ganz den Profis, und bei der Traumbesetzung kann es ja nur ein Erfolg werden.“

Zum „dream“-Team zählen übrigens auch Rolf Zacher und Sandra Speichert. Das alle auch privat dicke Freunde sind, „ist richtig schön“, findet Mark Keller: „Da neidet keiner dem anderen was.“ Und Kollege Lauterbach stimmt zu: „Da will jeder nur, das alle gut sind.“ Kommende Woche drehen die kumpels bei engelhorn. „Andersrum“-Softie Ferdinand – alias Mark Keller – wird von einem maskulinen Unfall-„Opfer“ beim Shoppen beraten. Von der Quadrate-Stadt und der Region sind beide begeistert. Da lacht Freund Heiner: „Wir lieben doch alle Mannheim. Wenn sie jetzt noch ein bisschen besser Eishockey spielen würden..“

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