06.11.2004 | Mannheimer Morgen

Ein erfahrenes Quartett macht die Erstläufer fit

LEICHTATHLETIK: Maria Raether, Claudia Gerling, Christian Dörr und Haki Kadria bereiten das „MM hoch 42“-Team vor

Von unserem Redaktionsmitglied Ute Krebs

MLP Marathon Mannheim Rhein-Neckar – am 21. Mai 2005 ist es soweit. Dann sollen an der Startlinie am Wasserturm 6000 Teilnehmer stehen, die der Startschuss um 18 Uhr auf die Strecke schickt. Eine 42,195 Kilometer lange Schleife durch die Quadratestadt und Ludwigshafen gilt es zu absolvieren. Dann werden auch 28 Erstläufer des „MM hoch 42“-Teams dabei sein, die in den nächsten Monaten bei unseren Kooperationsspartnern Engelhorn sports, Pfitzenmeier, Med sportif und Sportomed für die historische Distanz fit gemacht werden. Von den Trainern Claudia Gerling, Christian Dörr, Maria Raether und Haki Kadria wird jeweils eine Gruppe mit sieben angehenden Marathonis betreut.

Maria Raether ist Lauftherapeutin und Leiterin der Engelhorn-sports-Laufschule. Die 44-jährige Triathletin ist erst vor wenigen Tagen von Hawaii zurück gekehrt, wo sie in Kailua-Kona ihren achten Ironman auf Big Island, der größten hawaiianischen Insel, gefinisht hat. Nach einer verkorksten Vorbereitung lief es auch beim Wettbewerb nicht nach Wunsch. „Das Schwimmen war okay, aber auf dem Rad habe ich mir mehrmals überlegt, auszusteigen“, erklärt Maria Raether. Starke Schmerzen verbunden mit einem Taubheitsgefühl im rechten Fuß machten ihr auf dem Velo zu schaffen. Ziemlich schnell war klar: Es geht ums Ankommen, nicht um eine sehr gute Platzierung oder gar eine neue Bestzeit. Nach 180 Kilometern auf dem Rad, setzte sie einen für ihre Verhältnisse eher mäßigen Marathon drauf und war nach 13:07 Stunden im Ziel. „Enttäuschend, aber es war nicht mehr drin“, lautet ihre Bilanz.

Insgesamt absolvierte Maria Raether 20 Ironmen, zudem hat sie etwa 30 Marathons in den Beinen. Die Weinheimerin sammelte also per pedes jede Menge Erfahrung, die sie nun bereits zum sechsten Mal (nach zwei Mal Berlin, Wien, Hamburg und Mannheim) an eine Laufgruppe weitergibt. „Jeder kann einen Marathon laufen, aber die Vorbereitung muss stimmen“, warnt sie davor, diese Distanz zu unterschätzen. Außerdem sollte das Umfeld in Einklang zum Training gebracht werden. Will heißen: Die Rückendeckung der Familie muss vorhanden und der Weg Richtung große Herausforderung mit dem Job vereinbar sein.

Christian Dörr hat die sieben „Unerschrockenen“ bei Med sportif übernommen. Es ist das zweite Mal nach der City-Premiere in Mannheim, dass er eine Gruppe auf die historische Strecke vorbereitet. Der Sportwissenschaftler ist amtierender Rheinland-Pfalz-Meister im Duathlon über die Kurzstrecke und „Vize“ über die Langstrecke. Der 28-Jährige kommt aus dem pfälzischen Friedelsheim, studierte in Gießen und ist seit gut einem Jahr für Med sportif tätig. Am 12. September lief er in Köln seinen fünften Marathon, zwei davon absolvierte er innerhalb einer Triathlon-Langdistanz – 2002 beim Ironman Germany in Frankfurt und ein Jahr davor beim fränkischen Klassiker in Roth. Vor zwei Jahren haben ihm acht Minuten zur Qualifikation für Hawaii gefehlt – ein Ziel, das er aber nicht aus dem Augen verloren hat. 2005 stehen bei Christian Dörr allerdings die Disziplinen Laufen und Radfahren im Vordergrund, er will beim Powerman im schweizerischen Zofingen eine Startnummer tragen.

Claudia Gerling betreut das „MM hoch 42“-Team bei Sportomed. Das 36 jährige Bewegungstalent ist seit 2000 Personaltrainerin und hat im vergangenen Jahr in Berlin selbst seinen ersten Marathon hinter sich gebracht. Die Ladenburgerin spielte 19 Jahre Handball, mit der LSV feierte sie – als größten Erfolg – die Meisterschaft in der Regionalliga. Claudia Gerling bereitet zum ersten Mal eine Läufer-Gruppe auf einen Marathon vor.

Haki Kadria ist für die Läufer beim Fitnesspark Pfitzenmeier verantwortlich. Der 43-jährige Diplom-Sportlehrer kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien und stand selbst sechs Mal an der Startlinie zu einem Marathon. „Zwei Wettbewerbe habe ich nicht beendet“, erklärt Kadria. Das war auch im Mai in Mannheim so, als ihn Knieprobleme nach der Hälfte der Strecke zum Ausstieg zwangen.

Seit 1995 arbeitet der ehemalige Mittelstreckler (800 und 1500 Meter), der vier Jahre auch das Nationaltrikot seines Heimatlandes trug, für den Fitnesspark Pfitzenmeier. Der MLP-Marathon Mannheim Rhein Neckar ist der dritte Wettbewerb über 42,195 Kilometer am Stück, auf den er Läufer hintrainiert.

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